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Mitschrift Vertragsgestaltung am KIT

Table of Contents

Mitschrift der Vorlesung Vertragsgestaltung am KIT, die von Rechtsanwalt Stephan Leipert als Gastdozent gehalten wird. Schaut auch auf seinem YouTube-Kanal vorbei.

Markus Bilz hat ebenfalls eine Mitschrift auf seiner Webseite erstellt.

Die Wiederholungsfragen habe ich in einem anderen Post beantwortet.

Allgemeines #

  • Klausur am 23.09.2021 12:00
  • Wissensfragen + FĂ€lle (40/60)
    • FĂ€lle mĂŒssen nicht zwingend im Gutachtenstil. Aber gute Strukturierung
  • Gesetze
    • BGB
    • HGB/GmbHG gegen Ende, wird aber im Gesetz abgedruckt
  • Literatur: Vertiefend, nicht zwingend
    • Schmittat, EinfĂŒhrung in die Vertragsgestaltung
    • Moes, Grundlagen der Vertragsgestaltung
    • Aderhold/Koch/Lenkaitis, Vertragsgestaltung
  • Folien werden mit Passwort auf Anwaltshomepage
    • Jedes mal ein anderes
  • Überblicksvorlesung, keine Details
  • Folien auf Webseite

1. Stunde (15.04.2021) EinfĂŒhrung und Überblick #

Untitled

Austauschvertrag #

  • Überwiegende Zahl der VertrĂ€ge
  • GegenlĂ€ufige Interessen
  • Wirtschaftsgut gegen Wirtschaftsgut

ÜbertragungsvertrĂ€ge #

  • Kauf beweglicher Sachen § 433 ff. BGB
    • Sache gegen Geld
  • GrundstĂŒckskauf §§ 433 ff., 311b BGB
  • Tausch § 480 BGB
    • Sache gegen Sache
  • Factoring §§ 433ff., 453 BGB
    • Kauf von Forderungen
  • Unternehmenskauf §§ 433ff., 453 BGB (z.B. i.V.m. § 15 GmbHG)

HerstellungsvertrÀge #

  • Werkvertrag §§ 631 ff. BGB
  • Bauvertrag §§ 650a ff. BGB
  • Architekten- und Ingenieurvertrag §§ 650p ff. BGB
  • Reisevertrag §§ 651a ff. BGB

Dienst- und ArbeitsvertÀge #

VertriebsvertrÀge #

GebrauchsĂŒberlassungsvertrĂ€ge #

  • Miete §§ 535 ff. BGB
  • Pacht §§ 581 ff. BGB
  • Gelddarlehen, §§ 488ff. BGB
  • LizenzvertrĂ€ge
    • Urheberrecht kann nicht ĂŒbertragen werden, aber daraus abgeleitete Rechte

KooperationsvertÀge #

Gemeinsame Interessen

Zum Beispiel Gesellschaftsvertrag bei einem Startup

  • Arten sind
    • GesellschaftsvertrĂ€ge: GbR- oder GmbH-Vertrag
    • Joint Ventrue: Bestehende, teilweise komplementĂ€re, Unternehmen bringen sich in einem gemeinsamen Unternehmen ein.
      • Beispiel: Selbstfahrendes Auto: Mercedes und Softwareunternehmen

Vertragsverhandlung #

  • Psychologische Aspekte
  • Technische Aspekte
    • Baumaterialien
    • QualitĂ€t
  • Rechtliche Aspekte
  • Wirtschaftliche Aspekte

Strategien #

  • NĂ€he ↔ Distanz
  • Zeitdruck ↔ Verlangsamen
  • Alternativen beschrĂ€nken ↔ Alternativen aufzeigen

Kommunikation #

  • Nachricht hat
    • Sachinhalt
      • worĂŒber informiere ich
    • Selbstoffenbarung
      • was ich von mir kundgebe
    • Beziehung
      • was ich von dir halte und wie wir zueinander stehen
    • Appell
      • wozu ich dich veranlassen will
  • Fallen in der Vertragsgestaltung:
    • ReziprozitĂ€tsfalle, “TĂŒr ins Gesicht Technik”, Verkleinern der ursprĂŒngliche Forderung, Gegenpartei sieht sich dadurch gezwungen den Vertrag abzuschließen
    • Konsistenzfalle, “Fuß in die TĂŒr Technik”, “Salami-Taktik” wurde ein ZugestĂ€ndnis erreicht, wird auch ein zweites erreicht
    • Knappheit

2. Stunde (22.04.2021) Zivilrechtliche Grundlagen #

  • Vertragsfreiheit
  • Trennungs- und Abstraktionsprinzip
  • RechtsgeschĂ€ftslehre
  • Stellvertretung
  • Form
  • Siehe BGB Vorlesungen

Formvorschriften #

Textform (§ 126b) #

  • Beispiele:
    • Widerrufsbelehrung
    • Mieterhöhungsverlangen (§ 558a I)

Schriftform (§ 126), elektronische Form (§ 126) #

  • Beispiele:
    • Schenkungsverspechen (§ 518)
    • BĂŒrgschaftserklĂ€rung (§ 766)
    • Befristeter Mietvertrag > 1 Jahr (§ 550)

Öffentliche Beglaubigung (§ 129) #

  • Nicht zentral fĂŒr Vorlesung. HauptsĂ€chlich Familien- und Erbrecht
  • Beispiele
    • Ausschlagen einer Erbschaft

Notarielle Beurkundung (§ 128) #

  • Beispiele
    • GrundstĂŒckskaufvertrag (§ 311b)
    • Erbverzichtsvertrag (§ 2348)

3. Stunde (29.04.2021) Das Recht der Allgemeinen GeschÀftsbedingungen #

PrĂŒfung von AGB #

  1. Anwendungsbereich des AGB-Rechts eröffnet § 310 IV
    • Nicht im
      • Erbrecht
      • Familienrecht
      • Gesellschaftsrecht
      • Arbeitsrechtliche Kollektivvereinbarungen
    • EingeschrĂ€nkte Anwendungen:
      • ArbeitsvertrĂ€ge (“im Arbeitsrecht geltende Besonderheiten sind angemessen zu berĂŒcksichtigen”)
    • Im Übrigen: Anwendbarkeit des AGB-Rechts
  2. Vorliegen von AGB, §§ 305 I, 310 III Nr 1, 2
    1. Vertragsbedingungen
    2. Vorformulierung fĂŒr eine Vielzahl von VertrĂ€gen
      • Vielzahl: Steller beabsichtigt Verwendung fĂŒr 3 oder mehr VertrĂ€gen
      • § 310 B2C Sondervorschrift
    3. Einseitiges Stellen durch den Verwender
    4. Bei Vertragsschluss
  3. Einbeziehungskontrolle (Sind die AGB Vertragsbestandteil geworden?
    1. Einbeziehungsvereinbarung und Möglichkeit der Kenntnisnahme, §§ 305 II, III, 305a
      • AusdrĂŒcklicher Hinweis auf AGB
      • oder deutlich sichtbarer Aushang am Ort des Vertragsschlusses
      • und der Vertragspartner mit der Geltung einverstanden ist
    2. Überraschende Klausel? (§ 305c)
  4. Inhaltskontrolle
    1. Klauselverbote (§ 307)
    2. Klauselverbote mit Wertungsmöglichkeit (§ 308)
    3. Klauselverbote ohne Wertungsmöglichkeit (§ 309)

4. Stunde (06.05.2021) Basisinhalte eines Vertrags #

Denkschritte und Ablauf der Vertragsgestaltung #

Informationsgewinnung #

  • Subjektive Rahmenbedingungen
    • Eigene Ziele + Ziele des Gegners
    • Haben die Parteien bereits zusammengearbeitet, bzw. werden regelmĂ€ĂŸig Zusammenarbeiten
  • Objektive Rahmenbedingungen
    • Was ist technisch möglich
    • Wirtschaftliche Aspekte
  • Rechtliche Rahmenbedingungen
    • z.B. handelt es sich um AGB?
    • z.B. Werkvertrag oder Dienstvertrag

Rohentwurf #

  • Basis Checklisten, Vertragsmuster (FormularbĂŒcher), frĂŒhere VertrĂ€ge (eigene Vertragssammlung) 📋
  • Hypothetische Rechtsanwendungen durchgehen
    • Nicht alle FĂ€lle abdeckbar, z.B. Bei MietvertrĂ€gen: Corona
  • Beachtung von Gestaltungskriterien
    • Sicherer Weg (Verpflichtung des Anwalts zum sichersten Weg)
      • Andere Wege können auch aufgezeigt und erklĂ€rt werden
    • Konfliktvermeidung
      • Was passiert im Konfliktfall: Eskalationsstufen
    • Sanktionen bei Pflichtverletzung
      • Vertragsstrafen
    • Konfliktlösungswege
      • Gerichtsstand, Schiedsgerichtsvereinbarung …
    • BewĂ€ltigung von Unsicherheiten
  • BewĂ€ltigung von Zielkonflikten
    • LĂ€nge des Vertrags vs. VollstĂ€ndigkeit

⇒ Rohentwurf (= Besprechungsentwurf fĂŒr Mandanten und ggf. 1. Entwurf an Vertragspartner)

Verhandlungen #

  • Ping-Pong-Spiel: Mehrere Verhandlungsrunden
  • Aufgabe des Anwalts: Beratung und Belehrung

Vertrag đŸ§Ÿ #

  • VertragsĂŒberschrift
    • Entscheidend ĂŒber Vertragstyp ist letztendlich Inhalt, nicht Überschrift
  • Rubrum
    • Vertragsparteien werden konkret Bezeichnet
    • Unternehmenskonstrukte und genauen Namen berĂŒcksichtigen
  • PrĂ€ambel
    • ErlĂ€uternder Charakter
    • Intention der Parteien, BeweggrĂŒnde
    • Sachverhalt auf dem aufgebaut wird
    • Soll keine Rechtsverpflichtungen enthalten
  • Begriffsdefinition
  • Rangfolge der Regelungen
    • Gesetz vs. Vertrag
    • Vertragstext vs. Anlagen vs. PlĂ€ne
  • Leistung und Gegenleitung
    • Was ist wann wo zu erfĂŒllen: Essentalia negotii
    • Inhalt und Umfang der Leistung, Leistungszeit, Leistungsort
  • Sicherung der ErfĂŒllung
    • GewĂ€hrleistung
    • Sicherheiten (insb. BĂŒrgschaften)
    • Haftung
  • Vertretungsmacht, Zugangsvereinbarungen
    • Wer darf ErklĂ€rungen als Vertragspartei abgeben
    • Wie wird kommuniziert
  • Beginn, Ende und ggf. VerlĂ€ngerung der VertrĂ€ge
  • Wirksamkeitsvoraussetzungen (insb. Bedingungen)
    • z.B. Baugenehmigung
  • Lösungsmöglichkeiten vom Vertrag (KĂŒndigung + RĂŒcktritt)
  • Abwicklung nachvertragliche Pflichten
    • Herausgabepflichten
    • Nachvertragliche Wettbewerbsverbote
  • Allgemeine Bestimmungen
    • Anwendbares Recht
      • “Es gilt deutsches Recht unter Ausschluss der UN-Kaufrechts (CISG) und des Kollisionsrechts.”
      • Grundsatz: freie Rechtswahl, Art. 3 Abs. 1 Rom I
      • Aber: Bei ausschließlich innerstaatlichem Sachverhalt → Anwendbarkeit des staatlich zwingenden Rechts, Art. 3 Abs. 3 Rom I
    • Staatliche Gerichte vs. Schiedsgerichtsbarkeit
    • Gerichtsstand (§§ 38, 40 ZPO)
    • Schriftformklausel
      • Einfache
      • Doppelte Schriftformklausel: Auch das Ändern der Schriftformklauseln bedarf der Schriftform
      • AGB-rechtlich problematisch (§ 309 Nr 13 BGB)
    • Salvatorische Klausel
      • “Sollte eine Bestimmung dieses Vertrages unwirksam sein oder werden, nichtig sein oder nichtig werden, so wird die Wirksamkeit der ĂŒbrigen Bestimmungen davon nicht berĂŒhrt. Anstelle der unwirksamen/nichtigen Bestimmung werden die Parteien eine Bestimmung treffen "
      • AGB-rechtlich problematisch (§ 306 BGB)

5. Stunde (20.05.2021) ÜbertragungsvertrĂ€ge #

Eigenschaften eines Übertragungsvertrags #

  • Kauf = Austausch Ware gegen Geld
  • Einmalige vertragliche Zusammenarbeit

KaufgegenstÀnde #

Körperliche GegenstÀnde #

  • Kauf einer beweglichen Sache
    • Von Brötchen bis großer Baumaschine
  • GrundstĂŒcksverkaufsvertrag
    • Immobiliensachenrecht
    • Man kann GebĂ€ude auf einem GrundstĂŒck nicht selbststĂ€ndig verĂ€ußern
    • Alles was fest verbunden ist mit dem GrundstĂŒck, gehört auch zu dem GrundstĂŒck
    • Das GebĂ€ude ist also nicht sonderrechtsfĂ€hig §§ 93, 94 BGB
      • Wenige Ausnahmen: Z.B. Erbbaurecht

Unkörperliche GegenstÀnde #

  • Factoring (§ 453)
    • Verkauf von Rechten
    • Beispiel Forderungen
    • Beispiel Beteiligungen
  • Unternehmenskauf

Vertragsstruktur #

Kaufgegenstand #

  • Was soll verkauft werden und was nicht
    • Welche Teile eines Unternehmens
    • Immobilienkaufvertrag: Zubehör zu einem GebĂ€ude Bsp. EinbaukĂŒche

Kaufpreis #

EigentumsĂŒbergang + Sicherung des AustauschverhĂ€ltnisses #

Wie sichert man die Verpflichtung auf EigentumsĂŒbertragung: Siehe Fallbeispiel spĂ€ter

BesitzĂŒbergang und Gefahrtragung #

BesitzĂŒbergang ist regelmĂ€ĂŸig Übergang des Risikos eines zufĂ€lligen Untergangs

Rechts- und SachmÀngelhaftung #

  • Ist die Abweichung der Ist- von der Sollbeschaffenheit
  • 3-stufiges Schema in § 434 I
  • Falls ein Sachmangel vorliegt: Zweistufiges System:
    1. Stufe: NacherfĂŒllung (= Recht zur zweiten Andienung)
    2. RĂŒcktritt, Minderung Schadensersatz statt der Leistung
  • Muss nicht immer geregelt werden
    • Bei normalen beweglichen Sachen und GrundstĂŒckskaufvertrĂ€ge im Privatbereich funktionieren die gesetzlichen Vorgaben ausreichend gut.
    • In komplexen FĂ€llen sollte das vertraglich geregelt werden.

Vollzugs- und Wirksamkeitserfordernisse #

Z.B. Vorkaufsrecht von Gemeinden

Kosten und Steuern #

Wichtige Normen #

  • § 433 BGB: Vertragstypische Pflichten
  • §§ 434-442 BGB: Kaufrechtliches GewĂ€hrleistungsrecht
  • § 444 BGB: Haftungsausschluss
  • §§ 446, 447 BGB: Gefahr- und LastenĂŒbergang
    • § 447 LastenĂŒbergang beim Versendungskauf findet bei VerbraucherkaufvertrĂ€gen keine Anwendung (§ 475 BGB)
  • § 449 BGB: Eigentumsvorbehalt
    • Einigung ĂŒber EigentumsĂŒbergang steht unter der aufschiebenden Bedingung der Kaufpreiszahlung, falls nichts anderes vereinbart wurde.
  • § 453 BGB: Rechtskauf
    • Die Vorschriften fĂŒr den Kauf von Sachen finden auf den Kauf von Rechten entsprechende Anwendung.
  • §§ 474-479 BGB: VerbrauchsgĂŒterkauf
    • Verbraucher kauft von Unternehmer eine bewegliche Sache
    • Abweichungsverbot
    • Die Normen modifizierten die obigen Normen
  • §§ 311b BGB, 15 IV GmbHG: Formvorschriften

Beispiel: Immobilienkaufvertrag #

  1. Grundbuchstand (Kaufobjekt, Belastung) 📖
    1. Dienstbarkeiten: Z.B. Wegerecht, lebenslanges Wohnrecht, …
    2. Hypotheken (Grundschuld)
  2. Verkauf đŸ€
  3. Kaufpreis, FĂ€lligkeit, Finanzierung 💰⌛
    • “Der Kaufpreis betrĂ€gt. 2.5 Millionen Euro”
    • Kein Übernehmen bestehender Belastungen
    • Vereinbaren, dass KaufpreisfĂ€lligkeit erst bei Löschung aller Grundschulden
    • Andere Bedingung: ErklĂ€rung der Gemeinde ihr Vorkaufsrecht nicht auszuĂŒben
  4. Besitz-, Nutzen-, Lasten und GefahrĂŒbergang đŸ§ș🧹
  5. GewĂ€hrleistung đŸšïž
  6. EigentumsĂŒbergang, Auflassung đŸ“„
  7. Vormerkung 📑
    • Sicherung das der KĂ€ufer auch EigentĂŒmer wird
  8. Steuern und Abgaben, Kosten đŸȘ™
  9. Provisionsregelung đŸ•Žïž
    • Vertragsteil zugunsten des Maklers
  10. Hinweise des Notars ☝
  11. Vollzugsvollmachten 💯

6. Stunde (10.06.2021) MietvertrÀge #

  • Miete
  • Pacht
  • Leasing (nicht gesetzlich geregelt)

📎 Die Mitschrift dieser Stunde ist von Markus Bilz ĂŒbernommen, der diese unter CC-BY veröffentlicht hat: https://edu.markusbilz.com/vertragsgestaltung/mitschrift/gebrauchsueberlassungsvertraege

🌮Einordnung #

  • Variante des Austauschvertrags

đŸ€Wesensmerkmale #

  • Überlassung eines Gegenstands fĂŒr bestimmte Zeit → Nicht auf Dauer (bestimmte Zeit / Zeitmoment)
  • Überlassung eines Gegenstands → z. B. Überlassung von Rechten / Sachen → Kein EigentumsĂŒbergang
  • Recht auf Nutzung (ggf. Fruchtziehung d. h. FrĂŒchte nutzen, die Sache abwirft)
  • gegen Entgelt (Ausnahme Leihe) → z. B. LizenzgebĂŒhr o. Ä.

🍀Arten von GebrauchsĂŒberlassungsvertrĂ€gen #

  • Mietvertrag
    • Geregelt in § 535 BGB
    • Kein Recht auf Fruchtziehung (z. B. Weinberg; Trauben stehen Vermieter zu)
  • Pachtvertrag
    • Geregelt in § 581 BGB
    • Fruchtziehung (z. B. Weinberg; TrĂ€ubchen stehen dem Mieter zu → Weinberg wird typsicherweise verpachtet)
  • Leihe
    • Unentgeltliches Pendant zum Miet- und Pachtvertrag
    • Geregelt in § 598 BGB
    • Geht nur fĂŒr Sachen
    • Geringe Haftung fĂŒr Verleiher als bei Mietvertrag, da er keine Entgelt bekommt
  • Leasing
    • ungeregelt im Gesetz
    • Varianten sind Finanzierungsleasing (Ă€hnlich Kreditvertrag) und Operating Leasing (Ă€hnlich Mietvertrag)
  • Bestandteil typengemischter VertrĂ€ge
    • Hotel / Bewirtungsvertrag (z. B. Überlassung des Zimmers (Mietvertrag), Reinigungsservice (Dienstvertrag), FrĂŒhstĂŒck (Werkvertrag))
    • Krankenhausvertrag (Behandlung durch Arzt (Dienstvertrag))
  • Lizenzvertrag
    • exklusive vs. nicht-exklusive Lizenzen o. Ä.

đŸ›©ïžRegelungsschwerpunkte #

  • Folgende Regeln gelten fĂŒr alle GebrauchsĂŒberlassungsvertrĂ€ge
  • Beschreibung der GebrauchsĂŒberlassungspflicht: Was ist zu welchem Zeitpunkt, fĂŒr welchen Zeitraum, in welchem Zustand zu ĂŒberlassen?
    • Beschaffenheit muss definiert sein.
  • Gebrauchsrechte des Nutzers (Wie darf der Nutzer den Gegenstand verwenden?)
    • Gewerblich / nicht gewerblich? z. B. Blumenladen vs. Bordell
    • Was sind die einzelnen Nutzungsrechte z. B. Recht auf VervielfĂ€ltigung?
  • Entgeltabrede
    • Kaufkraftschwund etc.
  • Sicherheiten
    • Bei Mietausfall
    • Absicherung bei nicht pfleglichem Umgang mit der Mietsache
  • GewĂ€hrleistung & Haftung
  • Beendigung & RĂŒckgabe
    • RĂŒckgabe der Mietsache z. B. Besenrein
    • Unproblematisch bei Lizenzen

đŸ§±Mietvertrag #

  • Geregelt in § 535 BGB
  • Pflichten des Vermieters
    • Überlassungspflicht
    • Erhaltungspflicht → Man kann Sache fĂŒr den im Vertrag vorgesehenen Zweck nutzen
  • Pflichten des Mieters
    • Zahlungspflicht
    • Obhuts- und Sorgfaltspflicht → Pfleglich mit Mietsache umgehen → Ansonsten Schadensersatzpflicht
  • §§ 535-548 BGB Allgemeiner Teil:
    • Gilt fĂŒr alle möglichen Sachen z. B. Auto, Wohnraummietvertrag
    • (geregelt: Hauptpflichten; GewĂ€hrleistungsrecht; Untermiete; außerordentliche KĂŒndigung; RĂŒckgabe)
    • Mieter haftet nicht fĂŒr Abnutzungen durch vertragsgemĂ€ĂŸen Verbrauch nach § 538 BGB.
    • VerjĂ€hrung bereits nach 6 Monaten gem. § 548 BGB.
  • §§ 549-577a BGB: WohnraummietvertrĂ€ge
    • (geregelt: Anwendungsbereich, Schriftform, Mietsicherheit, Erhaltung und Modernisierung, Betriebskosten, Mieterhöhungen, Vermieterpfandrecht, Wechsel der Vertragsparteien, Beendigung)
      • Form des Mietvertrags § 550
        • Wohnraummietvertrag typischerweise unbefristet
        • Wird Vertrag nicht schriftlich geschlossen mit Laufzeit lĂ€nger als 1 Jahr, so gilt er auf unbestimmte Dauer geschlossen.
      • Betriebskosten § 556a-c
      • Mietpreisbremse § 556d
      • Staffelmiete §557a
        • Unterschiedliche Miethöhe fĂŒr unterschiedliche ZeitrĂ€ume
      • Indexmiete §557b
        • z. B. Kopplung an Verbraucherpreisindex
      • Kauf bricht nicht Miete § 566 → Neuer KĂ€ufer tritt in Mietvertrag ein (wichtig) ⚠
      • Außerordentliche KĂŒndigung § 569
      • Befristung von WohnraummietverhĂ€ltnissen § 575
        • Nur wirksam bei Verwertung bzw. spĂ€terer Eigennutzung
        • D. h. man kann WohnraummietverhĂ€ltnisse nur in sehr engen Grenzen befristen…
  • §§ 578-580a BGB: MietverhĂ€ltnisse ĂŒber andere Sache
    • (geregelt: Verweisung (§ 578 BGB !) d. h. Regelungen gelten nicht nur fĂŒr WohnraummietverhĂ€ltnisse sondern auch fĂŒr Gewerberaum-MietvertrĂ€ge, KĂŒndigungsfristen)

💬Unterschiede bei Vertragsgestaltung #

  • WohnraummietverhĂ€ltnisse
    • Kaum Spielraum bei Vertragsgestaltung
    • fast alles durch zwingendes Recht geregelt
  • MietvertrĂ€ge ĂŒber sonstige RĂ€ume (insb. Gewerberaum)
    • Umfangreiche Vertragsgestaltung möglich
    • Grenze: AGB-Recht, §§ 305 ff. BGB z. B. § 307 BGB (weil kein Verbraucher)

đŸȘGewerberaummietvertrag #

Beispiel:

Die Karlsruhe Lager 2 S.Ă .r.L. (“Vermieterin”) ist EigentĂŒmer einer Logistikimmobilie mit einer MietflĂ€che von 8.000 qm, aufgeteilt auf 3 Hallen. Der Mietvertrag fĂŒr die Halle A (2.000 qm) lĂ€uft aus. Die DĂ€mpfer GmbH & Co KG (“Muttergesellschaft”), ein expandierendes Maschinenbauunternehmen, benötigt dringend neue LagerflĂ€chen und ist sehr interessiert, die Halle zu mieten. Allerdings will sie nicht direkt mieten, sondern ĂŒber ihr Tochter-unternehmen DĂ€mpfer Lager-und Logistik GmbH (“Projektgesellschaft, Mieterin”). Die Vermieterin ist sehr interessiert an einem Mietvertrag mit langer Laufzeit. Die Miete soll fĂŒr die Laufzeit inflationsgesichert sein.

Sie sind Beraterin der Vermieterin und sind mit der Ausarbeitung eines Mietvertragsentwurf beauftragt. Auf welche Gesichtspunkte ist bei der Vertragsgestaltung besonders zu achten?

Inhalt #

  • Mietgegenstand, Mietzweck
  • Mietzeit
  • Miete, Umsatzsteuer, Mietanpassung
  • Nebenkosten
  • Mietsicherheiten
  • (…)

Mietgegenstand #

  • genaue Beschreibung des Mietgegenstands (insb. MietflĂ€che) + Nutzungsart
    • Bestimmt Vertragssoll → Wichtig fĂŒr Vermieter → Was, wird vermietet? Zu welchem Zweck etc.? → Beispiel: Bauliche Anforderungen an vermietete Apotheke / Öffentliches Baurecht → z. B. Vermieter muss Baurecht berĂŒcksichtigen kann z. B. nicht ĂŒberall eine Spielehölle vermieten
    • FlĂ€chenangaben:
      • Maßstab fĂŒr die FlĂ€chenberechnung angeben z. B. MF/G Richtlinie 2017, DIN277:2016) → Wie wird FlĂ€che berechnet? → Ohne Angabe gibt es Streitpotenzial
      • Schwellenwert fĂŒr die (Un-)beabsichtigte von FlĂ€chenabweichungen → z. B. 5 % Regelung fĂŒr Abweichung bei FlĂ€chenangabe
    • Regelungsmechanismus fĂŒr Änderung der Nutzung
      • Optional zu regeln, aber sinnvoll
    • Genaue Beschreibung ist Maßstab dafĂŒr, ob Mangel vorliegt

Mietzeit #

  • Festmietzeitraum z. B. 10 Jahre
  • Optionsrecht des Mieters → Mieters kann Vertrag nochmalig um X Jahre verlĂ€ngern
  • Evergreen-Klausel → automatische VerlĂ€ngerung um 1 Jahr nachdem alle Optionsrechte des Mieters gezogen sind

Wertsicherungsklausel #

  • Keine Anwendung von §§ 557 ff. BGB (Betrifft nur Wohnraumrecht)
  • Arten der Wertsicherungsklausel
    • Staffelmietvereinbarung
    • Indexklausel → z. B. Miete trackt VerĂ€nderung des Verbraucherpreisindizes 1:1 oder z. B. zu 60 %.
    • Schiedsgutachterklausel

Mietsicherheit #

  • Regelfall: BĂŒrgschaft, weil Barkaution LiquiditĂ€t bindet
  • Klarer Regelung zum Umfang der BĂŒrgschaft
  • BĂŒrgschaft fĂŒr erstes Anfordern, Verzicht auf Einrede der Vorausklage, Verzicht auf Einrede Anfechtbarkeitung und Aufrechenbarkeit (es sei denn Forderungen rechtskrĂ€ftig oder unstreitig)
  • Höhe:
    • bis sechs Monatsmieten in GewerbemietvertrĂ€gen
    • Im Wohnraum-Mietrecht max. 3 Monatsmieten § 551 BGB.

GewÀhrleistung und Haftung #

  • BeschrĂ€nkung des Aufrechnungs-, ZurĂŒckbehaltungs- und Minderungsrechts
  • z. B. Miete vorausbezahlen, dass Kredit bedient werden kann. Mieter kann Miete zurĂŒckfordern
  • BeschrĂ€nkung der Haftung: nur in sehr geringem Umfang möglich → AGB-Recht
  • Pflicht zum Abschluss von Versicherungen → z. B. Betriebsunterbrechungsversicherungen, sodass Miete weiterhin gezahlt werden kann

Weitere Regelungen #

  • Nebenkosten
  • Instandhaltung und Instandsetzung, Schönheitsreparaturen
  • kleinere Regelungen
    • Betriebspflicht z. B. vor Allem im Einzelhandel, Mieter muss Mietsache nutzen d. h. Laden soll nicht leer stehen
    • Konkurrenzschutz z. B. Man vermietet nicht an Ă€hnliche Person z. B. Lidl, wenn man bereits in Umgebung an Aldi vermietet hat
    • Werbeschilder z. B. Aufstellen von Werbeschildern
    • Wiederherstellungspflicht z. B. Abbrennen
    • Untervermietung
    • bauliche VerĂ€nderung z. B. was darf Mieter / Vermieter baulich VerĂ€nderungen wĂ€hrend der Vertragslaufzeit?
    • Schriftform, VollstĂ€ndigkeitsklausel (Aufforderung, dass das was schriftlich vereinbart wurde, vollstĂ€ndig ist)
  • Sonderkonstellation:
    • Vermietung vom Reißbrett, Mieterausbau:
      • Reißbrett: Immobilie existiert noch nicht; Mietvertrag wird aber bereits abgeschlossen
      • Mieterausbau: Mieter baut nach seinen Vorstellungen aus.

7. Stunde (17.06.2021) Leasing und Lizenzen #

Leasing #

  • Keine eigenstĂ€ndigen gesetzlichen Regelungen
  • Atypischer Mietvertrag
    • GrundsĂ€tzlich gelten die Normen des Mietrechts
  • Unterschiedlichste Ausgestaltungen und Begrifflichkeiten
    • Z.B. Finanzierungsleasing $\neq$ Finanzierungsleasing
  • GrĂŒnde fĂŒr Leasing vs. Miete vs. Kreditfinanzierung: Steuerliche Vorteile, Vorteile bei der Finanzierung
  • Überblick ĂŒber Vertragsgestaltungen Leasing-Erlasse des BMF
    • Vollamortisationserlass fĂŒr Mobilien, Vollamortisationserlass fĂŒr Immobilien, Teilamortisationserlass fu Mobilien Teilamortisationserlass fĂŒr Immobilien
    • Zivilrechtliche VertrĂ€ge richten sich an der steuerlichen Einordnung aus

Finanzierungs-Leasing #

  • Lange Grundmietzeit: 40-90 % der ĂŒblichen Nutzungsdauer
  • Ausgestaltung als Voll- oder TeilamortisationsvertrĂ€ge
    • Teilamortisationsvertrag: Am Schluss der Grundmietzeit sind die Anschaffungskosten noch nicht gedeckt.
    • Vertragsende
      • Kaufoption
      • VerlĂ€ngerungsoption
      • Andienungsrecht: Gegenteil der Kaufoption. Leasinggeber hat das Recht, dass der Leasingnehmer den Gegenstand am Ende der Grundmietzeit fĂŒr einen gewissen Betrag abkauft

Operating-Leasing #

  • Fast ein Mietvertrag
  • Kurze Laufzeiten und KĂŒndigungsfristen
    • GrĂ¶ĂŸere FlexibilitĂ€t fĂŒr Anpassungen an GeschĂ€ftsentwicklung
  • i.d.R. keine Übernahme bei Vertragsende
  • Teilweise Austausch (sog. revolving-leasing)
  • HĂ€ufig Wartungs- und Instandhaltungsdienstleistungen verbunden (Gross Lease)

Sonderformen #

  • Immobilienleasing, Herstellerleasing, Spezialleasing (Gegenstand ist Speziell auf Leasingnehmer zugeschnitten)

Vertragskonstellation #

  • Leasingvertrag zwischen Leasingnehmer und Leasinggeber. Kaufvertrag zwischen Lieferant und Leasinggeber.
  • Abgrunzung gegenĂŒber Miete: AbwĂ€lzung der Erhaltungspflicht aus § 535 BGB an Leasinggeber
  • Zwar kein Vertrag zwischen Leasingnehmer und Lieferant, aber kann praktisch sĂ€mtliche Rechte, insbesondere GewĂ€hrleistungsrechte, gelten machen. Dies geht indirekt ĂŒber Leasinggeber der die Rechte aus dem Kaufvertrag mit Lieferanten quasi weitergibt.

Darlehensvertrag #

Gelddarlehen §§ 488 BGB ff. #

Durch den Darlehensvertrag wird der Darlehensgeber verpflichtet, dem Darlehensnehmer einen Geldbetrag in der vereinbarten Höhe zur VerfĂŒgung zu stellen. Der Darlehensnehmer ist verpflichtet, einen geschuldeten Zins zu zahlen und bei FĂ€lligkeit das zur VerfĂŒgung gestellte Darlehen zurĂŒckzuzahlen. (§ 488 I BGB)

  • Pflicht Darlehensgeber: ZurverfĂŒgungstellung eines Geldbetrages
  • Pflicht Darlehensnehmer: Zinszahlung und RĂŒckzahlung bei FĂ€lligkeit
  • Verschiedene Kreditsicherheiten z.B. Grundschuld

Sonderform: Verbraucherdarlehnsvertrag §§ 491-505 BGB #

  • Informationsrechte, Widerrufsrechte, …
  • Nicht Fokus der Vorlesung

Sachdarlehen § 607 BGB ff. #

  • Schattendasein: Fast keine eigenstĂ€ndige Bedeutung in der Wirtschaft
  • Es mĂŒssen nicht dieselben Sachen zurĂŒckgegeben werden, sondern Sachen der gleichen Art, GĂŒte und Menge
  • Beispiel: Wertpapierleihe
    • Leerverkauf: Verkauf von Aktien, die man nicht hat
  • Beispiel: Palettentauschsystem Europaletten
  • Beispiel: Feuerholz

ImaterialgĂŒterrecht #

  • Abgrenzung zum Persönlichkeitsrecht (z.B. Recht am eigenen Bild)
  • Es gilt der Numerus Clausus des ImmaterialgĂŒterrechts
  • Absolutes Recht an einem unkörperlichen Gegenstand
  • ImmaterlialgĂŒterrecht vs. Sacheigentum
    • Jemand kann Sacheigentum haben aber nicht das ImmaterialgĂŒterrecht, dass in der Sache steckt
      • Z.B. Haus ↔ Architekt
  • Rechte
    • Ausschließliche Nutzungsbefugnisse fĂŒr bestimmte Nutzungen
      • Nur bestimmte Nutzungen: § 11 Patentgesetz
  • i.d.R: RĂ€umlich und zeitlich begrenzter Schutzumfang
    • § 16 Patentgesetz: Patent kann nur fĂŒr 20 Jahre eingetragen werden
    • Marken werden fĂŒr 10 Jahre eingetragen. Es kann aber unbegrenzt oft verlĂ€ngert werden.
  • Arten der RechteeinrĂ€umung
    • Übertragung (nicht beim UrhR)
    • Ausschließliche Lizenz
    • Einfache Lizenz
  • Lizenzvertrag
    • Vertrag sui generis (Vertrag eigener Art)
    • Hauptpflicht Lizenzgeber: EinrĂ€umung der Lizenz
    • Hauptpflicht Lizenznehmer: Zahlung der LizenzgebĂŒhr
    • Nebenpflichten
      • z.B. Aufrechterhaltung des Schutzrechtes
      • RechtsmĂ€ngelhaftung bei Nichtbestehen oder fehlender Inhaberschaft

Patente (und andere Schutzrechte z.B. Gebrauchsmuster, Sortenschutzrecht) #

  • Zweck: Schutz technischer Innovation
  • Gegenstand: Erfindung
  • Voraussetzungen (vgl. § 1 PatG)
    • Neuheit § 3 I PatG
    • Beruhen auf einer erfinderischen TĂ€tigkeit § 4 PatG
    • Gewerbliche Anwendbarkeit § 5 PatG
  • Schutzumfang: §9 PatG (Negativabgrenzung: 11 PatG)
  • Muss Eingetragen werden

Design #

Schutz von Möbel, Kleidung, …

Marken (und andere Kennzeichenrechte) #

  • Zweck: Kennzeichnungsschutz
  • Arten von Kennzeichen
    • Marken § 3 MarkenG
    • Geografische Herkunftsangaben
    • GeschĂ€ftliche Bezeichnungen
  • Es kann viel geschĂŒtzt werden
    • Wörter, Verpackungen, Formen, Farben
    • Aber: Schutzhindernisse
      • Absolute Schutzhindernisse § 8 MarkenG
        • FreihaltebedĂŒrftige Begriffe
      • Relative Schutzhindernisse § 9 MarkenG
        • Unterscheidungskraft

Urheberrechte #

  • Anders als die obigen, kein gewerbliches Schutzrecht
  • Zweck: Schutz ideeller + materieller Interessen
  • Gegenstand: Werk (Literatur, Wissenschaft, Kunst)
  • Voraussetzung: geistige Schöpfung
    • Schöpfungshöhe muss erreicht sein
  • Schutzumfang §§ 11 UrhG ff.
  • Dauer: 70 Jahre post mortem auctoris
  • Bracht keine Eintragung

8. Stunde (24.06.2021) Dienstvertrag und ArbeitsvertrÀge #

Dienstvertrag #

  • Unterschied zu Werkvertrag und Mietvertrag: Kein eigenes GewĂ€hrleistungsrecht. Sondern allgemeine Leistungsstörungsrecht z.B. § 323.
  • Geregelt in § 611 BGB

(1) Durch den Dienstvertrag wird derjenige, welcher Dienste zusagt, zur Leistung der versprochenen Dienste, der andere Teil zur GewĂ€hrung der vereinbarten VergĂŒtung verpflichtet. (2) Gegenstand des Dienstvertrags können Dienste jeder Art sein.

  • Es wird kein Erfolg geschuldet
  • Beispiele
    • Mandatsvertrag mit Anwalt oder Steuerberater
      • Man schuldet die bestmögliche DurchfĂŒhrung, aber keinen Prozesserfolg
    • Behandlungsvertrag, §§ 630a BGB ff.

Arbeitsvertrag #

  • Geregelt in § 611a
  • Sonderform des Dienstvertrags (§ 611 BGB)
  • Entscheidendes Kriterium Weisungsgebundenheit (zeitlich, örtlich und fachlich

Vertragsanbahnung #

  • Stellenausschreibung und AGG
  • § 1 AGG

Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus GrĂŒnden der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen IdentitĂ€t zu verhindern oder zu beseitigen.

  • Konkrete Regelungen §§ 6 ff.
  • Vorstellungskosten
  • Fragerecht des Arbeitgebers
    • Arbeitnehmer kann Fragen nicht wahrheitsgemĂ€ĂŸ beantworten, wenn diese bestimmte Themenbereiche betreffen

Rahmenbedingungen #

  • GrundsĂ€tzliche Regelungen §§ 611-630 BGB
  • Viele weitere Gesetze
  • Z.B. §§ 105-110 GewO
  • Neben dem Gesetz finden auf TariefvertrĂ€ge und Betriebsvereinbarungen Anwendung
  • Es werden ArbeitsvertrĂ€ge mit und ohne Tarifbindung unterschieden

Wesentliche Vertragsinhalte #

  • Essentalia negotii
    • Vertragsparteien
    • Arbeitsleistung
    • NICHT: VergĂŒtung, falls nicht geregelt, wird die ĂŒbliche VergĂŒtung geschuldet
  • GrundsĂ€tzlich Formfreiheit bei Abschluss, aber § 2 NachwG

Der Arbeitgeber hat spĂ€testens einen Monat nach dem vereinbarten Beginn des ArbeitsverhĂ€ltnisses die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich niederzulegen, die Niederschrift zu unterzeichnen und dem Arbeitnehmer auszuhĂ€ndigen. In die Niederschrift sind mindestens aufzunehmen: […]

  • NebentĂ€tigkeit / Wettbewerbsverbot
  • Geheimhaltungspflicht
  • Verfall-/ Ausschlussfritsen
  • Weiterbildung / RĂŒckzahlung
  • Rechte an Arbeitsergebnissen (UrhR, ArbnErfG)
  • Abtretungsverbot
  • Vertragsstragen
  • Kurzarbeit

TĂ€tigkeitsbeschreibung und Direktionsrecht #

  • gesetzlicher Rahmen 106 GewO

Der Arbeitgeber kann Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung nach billigem Ermessen nĂ€her bestimmen, soweit diese Arbeitsbedingungen nicht durch den Arbeitsvertrag, Bestimmungen einer Betriebsvereinbarung, eines anwendbaren Tarifvertrages oder gesetzliche Vorschriften festgelegt sind. Dies gilt auch hinsichtlich der Ordnung und des Verhaltens der Arbeitnehmer im Betrieb. Bei der AusĂŒbung des Ermessens hat der Arbeitgeber auch auf Behinderungen des Arbeitnehmers RĂŒcksicht zu nehmen.

  • enge vs. weite TĂ€tigkeitsbeschreibung
    • Berufsbild
    • Umschreibung
    • Verweis auf Stellenbeschreibung
    • Zweischneidiges Schwert: Normalerweise Interesse des Arbeitnehmers einer engen TĂ€tigkeitsbeschreibung. Aber bei betriebsbedingter KĂŒndigung umgekehrt. Hier werden anhand der TĂ€tigkeitsbeschreibung Vergleichsgruppen fĂŒr die Sozialauswahl getroffen.
  • Bestimmung des Arbeitsorts
  • Umfang des Direktionsrechts

Arbeitszeit #

  • Gesetzlicher Rahmen: ArbZG
    • höchstens 8h / Tag (48h/ Woche), § 3 ArbZG
    • Pausenregelung, § 4 ArbZG
  • Wöchentliche Arbeitszeit (keine AGB-Kontrolle!)
    • Wie viele Arbeitstage
  • Mehr- und Überstunden
    • Mehrstunden: Mehr Studen als im Gesetz
    • Überstunden: Mehr als im Vertrag vereinbart
    • Vereinbarung einer VergĂŒtung dafĂŒr
  • Beginn, Ende und Aufteilung der Arbeitszeit: konkrete Festlegung vs. billiges Ermessen, § 315 BGB
    • Gerichtliche ÜberprĂŒfung bei billigem Ermessen

(1) Soll die Leistung durch einen der Vertragschließenden bestimmt werden, so ist im Zweifel anzunehmen, dass die Bestimmung nach billigem Ermessen zu treffen ist. (2) Die Bestimmung erfolgt durch ErklĂ€rung gegenĂŒber dem anderen Teil. (3) Soll die Bestimmung nach billigem Ermessen erfolgen, so ist die getroffene Bestimmung fĂŒr den anderen Teil nur verbindlich, wenn sie der Billigkeit entspricht. Entspricht sie nicht der Billigkeit, so wird die Bestimmung durch Urteil getroffen; das Gleiche gilt, wenn die Bestimmung verzögert wird.

  • Sondervorschriften bei TeilzeitbeschĂ€ftigten (§§ 2 I, 6 ff., 22 I TzBfG)

VergĂŒtung #

  • Gesetzlicher Rahmen:
    • §§ 612, 614 BGB
    • §§ 107, 108 GewO
    • §§ 1, 3 Mindestlohngesetz (im Gesetz 8,50 €, durch Rechtsverordnung jetzt 9,60 €)
    • ABER: Keine AGB-Kontrolle!
  • VergĂŒtung in SonderfĂ€llen
    • Annahmeverzug, § 615 S.1 BGB
    • Betriebsrisiko § 615 S. 3 BGB
    • Feiertage § 2 EFZG
    • Krankheitsfall, § 3 EFZG

Urlaub #

  • Gesetzlicher Rahmen BUrlG
  • Mindesturlaub 24 Werktage (bezogen auf 6-Tage-Woche!)
  • Vertragsgestaltung: Differenzierung zw. gesetzlichem, Mindesturlaub und darĂŒber hinausgehenden Urlaub
  • Erholungsurlaub vs. unbezahlter Sonderurlaub

Befristung #

  • Gesetzlicher Rahmen
    • § 620 III BGB
    • §§ 1, 3-5, 14 ff TzBfG
    • KalendermĂ€ĂŸig befristet vs. Zweckbefristet
    • Sachgrund vs. sachgrundlos

KĂŒndigung #

  • Gesetzlicher Rahmen:
    • §§ 622, 623, 626 BGB
    • KSchG (§§ 1, 23 KSchG)
  • KĂŒndigungsfristen: § 622 BGB
  • Fristlose KĂŒndigung vs. ordentliche KĂŒndigung
  • Soziale Rechtfertigung der KĂŒndigung:
    • personenbedingt
    • verhaltensbedingt
    • betriebsbedingt

9. Stunde (01.07.2021) HerstellvertrÀge, Dienst- und ArbeitsvertrÀge, VertriebsvertrÀge #

HerstellvertrÀge #

  • Arten
    • allgemeiner Werkvertrag § 631 BGB
    • Bauvertrag
    • Architekten- und Ingenieurvertrag
    • BautrĂ€gervertrag
  • Gesetzlicher Rahmen
    • § 631 Hauptpflichten
    • §§ 632, 632a — Regelungen zur VergĂŒtung
      • Werkunternehmer ist verpflichtet in Vorleistung zu gehen, aber kann Abschlagszahlungen verlangen. (Spezialfall Werkvertragsrecht)
    • §§ 633-639 GewĂ€hrleistungsrecht
      • Ähnlich zum Kaufvertrag
      • Abweichung: Selbstvornahme mit Vorschuss, falls Mangel nicht vom Unternehmer beseitigt wird
        • VerschuldensunabhĂ€ngig im Gegensatz zu Schadensersatz
    • § 640 Abnahme
      • Werk entspricht im Wesentlichen der vertraglichen Abrede
      • Pflicht des Bestellers
      • Erst bei Abnahme kann Werklohn gefordert werden
    • § 650 Werklieferungsvertrag
      • Falls Eigentumsverschaffung und nicht Herstellung des Werkes im Mittelpunkt steht.

VertrÀge am Bau #

  • ZustĂ€ndigkeiten

    • Viele Partien, Herausforderung fĂŒr die Vertragsgestaltung

      • Ziel Zusammenfassen der ZustĂ€ndigkeiten
    • Planung

      • Architekt
      • Fachplaner
        • Statiker
        • PrĂŒfingenieur
        • Elektrik, SanitĂ€r, Akustik, Brandschutz, …

      ⇒ Zusammenfassung gegenĂŒber dem Bauherrn durch eine Person: Generalplaner

    • AusfĂŒhrung

      • Mehrere “Gewerke”

    ⇒ Zusammenfassung aller ZustĂ€ndigkeiten: Totalunternehmer

    Untitled

    ⇒ Zusammenfassung mit GrundstĂŒckseigentum: BautrĂ€ger/Projektentwickler

  • Einzelvergabe vs. GU-Vergabe

    • Was passiert, wenn der GU pleite geht?Ein BautrĂ€ger ĂŒbernimmt zusĂ€tzlich den Erwerb eines passenden GrundstĂŒcks und die GebĂ€udeplanung. Es handelt sich hierbei um ein typengemischten Vertrag von Kaufvertrag (GrundstĂŒck) und Werkvertrag.

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Wesentliche Regelungsinhalte #

  • Leistungsbeschreibung
  • VergĂŒtung
  • Änderung der Leistung
  • AusfĂŒhrungsfristen
  • Abnahme
  • GewĂ€hrleistung
  • Sicherheiten

Vergabe- und Vertragsordnung fĂŒr Bauleistungen (VOB) #

  • VOB/A: Allgemeine Bestimmungen fĂŒr die Vergabe von Bauleistungen
  • VOB/B: Allgemeine Vertragsbedingungen fĂŒr Bauleistungen
  • VOB/C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen fĂŒr Bauleistungen (hier nicht relevant)
  • Bei B2B VertrĂ€gen sind die VOB/B privilegierte AGB
    • Sie unterliegen also nicht der Kontrolle § 310 I S. 3BGB

Leistungsbeschreibung #

  • Detailliert vs. funktional (hĂ€ufig “schlĂŒsselfertig”)
    • Als Bauherr meistens funktional besser
    • Bei kleineren Bauvorhaben oder im öffentlichen Bereich detailliert
    • Detailliert ist fehleranfĂ€lliger
  • Detailliertes Leistungsverzeichnis
    • Nur der Einheitspreis wird verbindlich vereinbart, die StĂŒckzahl kann abweichen (Einheitspreisvertrag)

VergĂŒtung #

  • Einheitspreisvertrag vs. Detail-Pauschalvertrag vs. Global-Pauschlapreisvertrag (“Komplettheitsklausel”)
    • Bei Detail-Pauschalvertrag ist nur die Leistung geschuldet, die im Vertrag steht, bei Pauschalpreisvertrag wird das in der funktionalen Leistungsbeschreibung vereinbart ist geschuldet

LeistungsÀnderungen #

  • §§ 650b, 650c BGB Anordungsrecht und VergĂŒtungsanpassung
    • Abweichung von “pacta sunt servanda”
  • § 2 V, VI VOB/B — geĂ€nderte oder zusĂ€tzliche Leistung

10. Stunde (08.07.2021) Gesellschaftsrecht: Sicherungsmittel #

Zweck von Sicherungsmittel #

  • Schutz der VertragserfĂŒllung im Falle der Insolvenz
  • Bei Insolvenz:
    • Aussonderung § 47 BGB
      • Z.B. Einfacher Eigentumsvorbehalt
      • Gegenstand zĂ€hlt nicht zur Insolvenzmasse
    • Absonderung § 49 ff. InsO
      • Komplizierteres Verfahren

AkzessorietÀt = AbhÀngigkeit zwischen gesicherter Forderung und Sicherungsrecht

Arten von Sicherungsmitteln #

  • Personalsicherheiten
    • DreiecksverhĂ€ltnis
    • BĂŒrgschaft § 765 BGB (akzessorisch)
    • Nicht gesetzlich geregelt (und nicht prĂŒfungsrelevant)
      • Schuldbeitritt
        • Kein RangverhĂ€ltnis: Beigetretener haftet genau wie Schuldner (Gesamtschuld)
      • PatronatserklĂ€rung
        • HĂ€ufig im Konzernbereich
        • Muttergesellschaft ist finanzstĂ€rker als Tochtergesellschaft und verpflichtet sich
          • entweder zur direkten Haftung fĂŒr die Schuld
          • oder fĂŒr Geld in die Tochtergesellschaft nachzuschießen
        • Normalerweise hat man nur einen Anspruch gegen die Tochtergesellschaft bei Vertrag mit Tochtergesellschaft.
      • Garantie
        • Normalerweise kein VertragsverhĂ€ltnis zwischen Hersteller und Verbraucher, wenn Verbraucher von HĂ€ndler kauft.
        • Hersteller gibt an Kunden Garantie ab
        • Wichtig: Unterscheidung Garantie und GewĂ€hrleistung
          • GewĂ€hrleistung ist gegenĂŒber dem direkten Vertragspartner
        • Garantie schrĂ€nkt GewĂ€hrleistung nicht ein
  • Sachsicherheiten
    • Eigentumsvorbehalt § 449 BGB
    • Pfandrecht § 1204 BGB (akzessorisch)
      • Keine direkte Praxisrelevanz, aber Pfandrecht im Gesetz z.B. Miete
    • Hypothek § 1113 BGB / Grundschuld § 1191
      • Hypothek ist akzessorisch, Grundschuld nicht
    • SicherungsĂŒbereignung / -abtretung (nicht akzessorisch)

Sicherungsvertrag #

ZusÀtzlicher Vertrag als schuldrechtlicher AkzessorietÀtsersatz

SicherungsverhÀltnis.svg

Übersicherung #

GrundsĂ€tzlich können beliebig viele Sicherungsmittel vereinbart werden, es darf jedoch keine Übersicherung des GlĂ€ubigers geben

Eigentumsvorbehalt #

  • Einfacher Eigentumsvorbehalt
    • Das Eigentum verbleibt beim VerkĂ€ufer, solange der vollstĂ€ndige Kaufpreis nicht bezahlt worden ist
  • Erweiterter Eigentumsvorbehalt
    • Erstreckung auf weitere Forderungen
      • Kontokorrentvorbehalt
        • Das Eigentum verbleibt beim VerkĂ€ufer, solange es offene Forderungen aus der GeschĂ€ftsbeziehung gibt
      • Konzernvorbehalt oder „Drittvorbehalt“
        • Nach § 449 III BGB ist der Konzernvorbehalt auf VerkĂ€uferseite immer unwirksam.
    • Erstreckung auf Surrogate
      • Vorausabtretungsklausel
        • Was ist mit Vertrag mit ZwischenhĂ€ndler, der Eigentum weiterverkaufen will?
        • Problem: Bei gutglĂ€ubigem Erwerb lĂ€uft Eigentumsvorbehalt ins Leere
        • Die Forderung des ZwischenhĂ€ndlers bei Weiterverkauf wird anstatt dem Eigentum an der Sache abgetreten
      • Verarbeitungsklausel
        • Problem VerarbeitungsĂŒbergang im Gesetz § 950 BGB

BĂŒrgschaft § 765 BGB #

  • Arten von BĂŒrgschaften
    • BĂŒrgschaft auf Zeit § 777
    • HöchstbetragsbĂŒrgschaft
    • Selbstschuldnerische BĂŒrgschaft § 773 I
      • Einrede der Vorausklage § 771 ausgeschlossen
      • Fast immer in der Praxis
    • BĂŒrgschaft auf erstes Anfordern
      • GefĂ€hrlich fĂŒr den BĂŒrgen
      • BĂŒrge muss auf erste Anforderungen zahlen und kann keinerlei Einreden geltend machen
        • Muss dann ggf. Prozess auf RĂŒckzahlung fĂŒhren
      • In vielen FĂ€llen rechtlich nicht möglich
    • AusfallbĂŒrgschaft
      • BĂŒrge kann nur dann in Anspruch genommen werden, wenn GlĂ€ubiger gegen Schuldner alles probiert hat.

11. Stunde (15.07.2021) Gesellschaftsrecht #

  • OrganisationsvertrĂ€ge und KooperationsvertrĂ€ge
  • Abgrenzung zum Austauschvertrag: Keine gegenlĂ€ufigen Interessen
  • § 705 BGB

Durch den Gesellschaftsvertrag verpflichten sich die Gesellschafter gegenseitig, die Erreichung eines gemeinsamen Zweckes in der durch den Vertrag bestimmten Weise zu fördern, insbesondere die vereinbarten BeitrÀge zu leisten.

Personengesellschaften #

  • GbR
  • OHG §§ 105 ff. HGB
  • KG §§ 161 ff. HGB
  • stll. Ges. (nicht klausurrelevant)
  • PartG (Ähnlichkeit zur OHG fĂŒr freie Berufe)

Maßgeblich personalistisch ausgestaltet. Der Bestand der Gesellschaft hĂ€ngt maßgeblich mit den Gesellschaftern zusammen. Es gibt keine FremdgeschĂ€ftsfĂŒhrung wie bei einer Körperschaft einrichten.

Körperschaften #

  • Vereine
    • e.v § 21 BGB
    • Wirtschaftsverein § 22 BGB (Beispiel GEMA)
      • Nicht direkt relevant
      • Aber Grundlage fĂŒr alle anderen Körperschaften (analoge Anwendung)
  • Genossenschaften (eG) (nicht Klausurrelevant)

Kapitalgesellschaften #

  • GmbH
    • Spezialfall UG, Mindeststammkapital kann unterschritten werden, es gilt aber GmbH Recht
  • GmbH & Co KG
  • AG (hohe GrĂŒndungsvoraussetzungen und Regulierungen)
  • KG aA (Komanditgesellschaft auf Aktien)

Kapital- vs. Personengesellschaft #

  • Persönliche Haftung vs. HaftungsbeschrĂ€nkung
  • Trennungsprinzip bei Kapitalgesellschaft: Strikte Trennung von Gesellschaft und Gesellschafter
    • In vielen FĂ€llen werden extra Sicherungsmittel ĂŒber die Kapitalgesellschaft hinaus vereinbart
  • Selbstorganschaft vs. Fremdorganschaft
    • Personengesellschaft sind keine juristische Person

Gesellschaft bĂŒrgerlichen Rechts (GbR) #

  • §§ 705-740 BGB

  • Gesellschaftsvertrag

  • “Verpflichtung zur Förderung der Erreichung eines gemeinsamen Zwecks”. § 705 BGB eine GbR kann also “aus Versehen” gegrĂŒndet werden

  • Kein Betrieb eines Handelsgewerbes § 1 HGB (sonst OHG)

  • Keine juristische Person, aber RechtsfĂ€higkeit der (Außen-)GbR

  • InnenverhĂ€ltnis: GeschĂ€ftsfĂŒhrung: GesamtgeschĂ€ftsfĂŒhrung

    • Standard im Gesetz § 709 I BGB

    Die FĂŒhrung der GeschĂ€fte der Gesellschaft steht den Gesellschaftern gemeinschaftlich zu; fĂŒr jedes GeschĂ€ft ist die Zustimmung aller Gesellschafter erforderlich.

    • Kann vertraglich geĂ€ndert werden
  • AußenverhĂ€ltnis: Vertretung: Gesamtvertretung

  • Haftung

    • Gesellschaft § 31 BGB analog (Verein=Gesellschaft, Vorstand=GeschĂ€ftsfĂŒhrer)

    Der Verein ist fĂŒr den Schaden verantwortlich, den der Vorstand, ein Mitglied des Vorstands oder ein anderer verfassungsmĂ€ĂŸig berufener Vertreter durch eine in AusfĂŒhrung der ihm zustehenden Verrichtungen begangene, zum Schadensersatz verpflichtende Handlung einem Dritten zufĂŒgt.

    • Gesellschafter § 128 HGB analog (Klausurrelevant!)

    Die Gesellschafter haften fĂŒr die Verbindlichkeiten der Gesellschaft den GlĂ€ubigern als Gesamtschuldner persönlich. Eine entgegenstehende Vereinbarung ist Dritten gegenĂŒber unwirksam.

Offene Handelsgesellschaft #

  • §§ 105-160 HGB
  • Gesellschaftsvertrag
  • Betrieb eines Handelsgewerbes (§§ 1, 105 HGB) oder Eintragung ins Handelsregister (§ 105 II HGB)
  • InnenverhĂ€ltnis § 109 HGB

Das RechtsverhÀltnis der Gesellschafter untereinander richtet sich zunÀchst nach dem Gesellschaftsvertrage; die Vorschriften der §§ 110 bis 122 finden nur insoweit Anwendung, als nicht durch den Gesellschaftsvertrag ein anderes bestimmt ist.

  • AußenverhĂ€ltnis Einzelvertretung §§ 125, 126, 106 HGB
    • Verantwortliche werden ins Handelsregister eingetragen
    • Umfang kann im AußenverhĂ€ltnis nicht beschrĂ€nkt werden § 126 HGB (können vs. dĂŒrfen)
  • Haftung wie bei GbR: § 31 BGB analog, § 128 HGB

Kommanditgesellschaft #

  • §§ 161-177 HGB
  • Haftung
    • Gesellschaft, § 31 BGB analog
    • KomplementĂ€r §§ 161 II, 128 HGB
    • Kommanditist, §§ 171, 172 HGB

GmbH #

  • GmbHG
  • Gesellschaftervertrag §§ 2, 3 GmbHG
  • GeschĂ€ftsfĂŒhrung §§ 6, 35, 43 GmbHG
    • InnenverhĂ€ltnis § 6: GeschĂ€ftsfĂŒhrer muss nicht Gesellschafter sein
    • AußenverhĂ€ltnis § 35 I, II: Standard Gesamtvertretung, aber es kann Einzelvertretung vereinbart werden und muss im Handelsregister eingetragen werden
  • Haftung: grundsĂ€tzliche BeschrĂ€nkungen auf Gesellschaftsvermögen, § 13 GmbHG

Phasen der GrĂŒndung #

Gilt analog fĂŒr UG

  1. GrĂŒndungsentschluss ⇒ VorgrĂŒndungsgesellschaft zunĂ€chst GbR

  2. Notarieller Gesellschaft ⇒ Vor-Gesellschaft / Vor-GmbH

  3. Eintretung ⇒ “fertige GmbH”

    Stammkapital nach § 5 GmbHG muss zum Zeitpunkt der GrĂŒndung nicht vollstĂ€ndig eingezahlt sein. Voraussetzung § 7 GmbHG, sonst keine Anmeldung

12. Stunde (22.07.2021) Hinweise zur Klausur #

  • Überwiegender Teil VerstĂ€ndnisfrage
  • Außerdem Beispielvertrag/Klausel
    • Ist er wirksam
    • Wie könnte man das Verbessern
    • Zum Beispiel Schriftformklausel oder AGB-PrĂŒfung § 309 Nr.7, § 309 Nr. 8! Außerdem hier Verbaucherschutz beachten, der ausschluss der MĂ€ngelgewĂ€hrleistung von vorne rein ausschließt
      • Ist eine Regelung, die die Haftung ausschließt, ist die wirksam? Warum nicht?
      • Haftungsausschluss bei Verbrauchern: Neuware vs. Gebrauchte Ware
  • Auch vorstellbar: Eine Klausel selbst schreiben
  • Keinen ganzen Vertrag erstellen
  • Wenn man die Beispielfragen kann, ist man gut bis sehr gut auf die Klausur vorbereitet
  • Klausur 60 min
  • Es gibt Altklausuren, die ist aber zu leicht, weil es im Corona Semester zu wenig Inhalt gab.
  • 7-10 Fragen
  • YouTube-Kanal: Videos zu Sicherungsmittel
  • Wichtige Inhalte
    • Auf der Homepage: Wiederholungsfragen!
  • Es kommt definitiv eine Frage zum AGB Recht
  • Zu den Denkschritten kein großer Umfang: “Zwei drei kleinere Fragen”
  • Klausurfragen ĂŒberblicksartig
  • Was ist bei den VertrĂ€gen wichtig, auf was muss man achten
  • Weniger: Spezifisches Wissen zu einem Vertragstyp
  • Bei BauvertrĂ€gen: Nicht genau geĂ€nderte und zusĂ€tzliche Leistung
  • BGB reicht als Gesetz in der Klausur andere Normen sind abgedruckt
    • Man sollte sich am Gesetz orientieren, insbesondere Normen im BGB. Paragrafen genau nennen, sonst nicht volle Punktzahl
  • Bei LizenzvertrĂ€gen u.Ă€ keine Paragrafen
  • Vor allem Abgrenzungen, statt Definitionen
  • Beispiele mĂŒssen nicht zwingend genannt werden, außer es steht dabei.
  • Im Gesellschaftsrecht kein InnenverhĂ€ltnis.