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Mitschrift Vertragsgestaltung am KIT

Table of Contents

Mitschrift der Vorlesung Vertragsgestaltung am KIT, die von Rechtsanwalt Stephan Leipert als Gastdozent gehalten wird. Schaut auch auf seinem YouTube-Kanal vorbei.

Markus Bilz hat ebenfalls eine Mitschrift auf seiner Webseite erstellt.

Die Wiederholungsfragen habe ich in einem anderen Post beantwortet.

Allgemeines #

  • Klausur am 23.09.2021 12:00
  • Wissensfragen + F├Ąlle (40/60)
    • F├Ąlle m├╝ssen nicht zwingend im Gutachtenstil. Aber gute Strukturierung
  • Gesetze
    • BGB
    • HGB/GmbHG gegen Ende, wird aber im Gesetz abgedruckt
  • Literatur: Vertiefend, nicht zwingend
    • Schmittat, Einf├╝hrung in die Vertragsgestaltung
    • Moes, Grundlagen der Vertragsgestaltung
    • Aderhold/Koch/Lenkaitis, Vertragsgestaltung
  • Folien werden mit Passwort auf Anwaltshomepage
    • Jedes mal ein anderes
  • ├ťberblicksvorlesung, keine Details
  • Folien auf Webseite

1. Stunde (15.04.2021) Einf├╝hrung und ├ťberblick #

Untitled

Austauschvertrag #

  • ├ťberwiegende Zahl der Vertr├Ąge
  • Gegenl├Ąufige Interessen
  • Wirtschaftsgut gegen Wirtschaftsgut

├ťbertragungsvertr├Ąge #

  • Kauf beweglicher Sachen ┬ž 433 ff. BGB
    • Sache gegen Geld
  • Grundst├╝ckskauf ┬ž┬ž 433 ff., 311b BGB
  • Tausch ┬ž 480 BGB
    • Sache gegen Sache
  • Factoring ┬ž┬ž 433ff., 453 BGB
    • Kauf von Forderungen
  • Unternehmenskauf ┬ž┬ž 433ff., 453 BGB (z.B. i.V.m. ┬ž 15 GmbHG)

Herstellungsvertr├Ąge #

  • Werkvertrag ┬ž┬ž 631 ff. BGB
  • Bauvertrag ┬ž┬ž 650a ff. BGB
  • Architekten- und Ingenieurvertrag ┬ž┬ž 650p ff. BGB
  • Reisevertrag ┬ž┬ž 651a ff. BGB

Dienst- und Arbeitsvert├Ąge #

Vertriebsvertr├Ąge #

Gebrauchs├╝berlassungsvertr├Ąge #

  • Miete ┬ž┬ž 535 ff. BGB
  • Pacht ┬ž┬ž 581 ff. BGB
  • Gelddarlehen, ┬ž┬ž 488ff. BGB
  • Lizenzvertr├Ąge
    • Urheberrecht kann nicht ├╝bertragen werden, aber daraus abgeleitete Rechte

Kooperationsvert├Ąge #

Gemeinsame Interessen

Zum Beispiel Gesellschaftsvertrag bei einem Startup

  • Arten sind
    • Gesellschaftsvertr├Ąge: GbR- oder GmbH-Vertrag
    • Joint Ventrue: Bestehende, teilweise komplement├Ąre, Unternehmen bringen sich in einem gemeinsamen Unternehmen ein.
      • Beispiel: Selbstfahrendes Auto: Mercedes und Softwareunternehmen

Vertragsverhandlung #

  • Psychologische Aspekte
  • Technische Aspekte
    • Baumaterialien
    • Qualit├Ąt
  • Rechtliche Aspekte
  • Wirtschaftliche Aspekte

Strategien #

  • N├Ąhe Ôćö Distanz
  • Zeitdruck Ôćö Verlangsamen
  • Alternativen beschr├Ąnken Ôćö Alternativen aufzeigen

Kommunikation #

  • Nachricht hat
    • Sachinhalt
      • wor├╝ber informiere ich
    • Selbstoffenbarung
      • was ich von mir kundgebe
    • Beziehung
      • was ich von dir halte und wie wir zueinander stehen
    • Appell
      • wozu ich dich veranlassen will
  • Fallen in der Vertragsgestaltung:
    • Reziprozit├Ątsfalle, “T├╝r ins Gesicht Technik”, Verkleinern der urspr├╝ngliche Forderung, Gegenpartei sieht sich dadurch gezwungen den Vertrag abzuschlie├čen
    • Konsistenzfalle, “Fu├č in die T├╝r Technik”, “Salami-Taktik” wurde ein Zugest├Ąndnis erreicht, wird auch ein zweites erreicht
    • Knappheit

2. Stunde (22.04.2021) Zivilrechtliche Grundlagen #

  • Vertragsfreiheit
  • Trennungs- und Abstraktionsprinzip
  • Rechtsgesch├Ąftslehre
  • Stellvertretung
  • Form
  • Siehe BGB Vorlesungen

Formvorschriften #

Textform (┬ž 126b) #

  • Beispiele:
    • Widerrufsbelehrung
    • Mieterh├Âhungsverlangen (┬ž 558a I)

Schriftform (┬ž 126), elektronische Form (┬ž 126) #

  • Beispiele:
    • Schenkungsverspechen (┬ž 518)
    • B├╝rgschaftserkl├Ąrung (┬ž 766)
    • Befristeter Mietvertrag > 1 Jahr (┬ž 550)

├ľffentliche Beglaubigung (┬ž 129) #

  • Nicht zentral f├╝r Vorlesung. Haupts├Ąchlich Familien- und Erbrecht
  • Beispiele
    • Ausschlagen einer Erbschaft

Notarielle Beurkundung (┬ž 128) #

  • Beispiele
    • Grundst├╝ckskaufvertrag (┬ž 311b)
    • Erbverzichtsvertrag (┬ž 2348)

3. Stunde (29.04.2021) Das Recht der Allgemeinen Gesch├Ąftsbedingungen #

Pr├╝fung von AGB #

  1. Anwendungsbereich des AGB-Rechts er├Âffnet ┬ž 310 IV
    • Nicht im
      • Erbrecht
      • Familienrecht
      • Gesellschaftsrecht
      • Arbeitsrechtliche Kollektivvereinbarungen
    • Eingeschr├Ąnkte Anwendungen:
      • Arbeitsvertr├Ąge (“im Arbeitsrecht geltende Besonderheiten sind angemessen zu ber├╝cksichtigen”)
    • Im ├ťbrigen: Anwendbarkeit des AGB-Rechts
  2. Vorliegen von AGB, ┬ž┬ž 305 I, 310 III Nr 1, 2
    1. Vertragsbedingungen
    2. Vorformulierung f├╝r eine Vielzahl von Vertr├Ągen
      • Vielzahl: Steller beabsichtigt Verwendung f├╝r 3 oder mehr Vertr├Ągen
      • ┬ž 310 B2C Sondervorschrift
    3. Einseitiges Stellen durch den Verwender
    4. Bei Vertragsschluss
  3. Einbeziehungskontrolle (Sind die AGB Vertragsbestandteil geworden?
    1. Einbeziehungsvereinbarung und M├Âglichkeit der Kenntnisnahme, ┬ž┬ž 305 II, III, 305a
      • Ausdr├╝cklicher Hinweis auf AGB
      • oder deutlich sichtbarer Aushang am Ort des Vertragsschlusses
      • und der Vertragspartner mit der Geltung einverstanden ist
    2. ├ťberraschende Klausel? (┬ž 305c)
  4. Inhaltskontrolle
    1. Klauselverbote (┬ž 307)
    2. Klauselverbote mit Wertungsm├Âglichkeit (┬ž 308)
    3. Klauselverbote ohne Wertungsm├Âglichkeit (┬ž 309)

4. Stunde (06.05.2021) Basisinhalte eines Vertrags #

Denkschritte und Ablauf der Vertragsgestaltung #

Informationsgewinnung #

  • Subjektive Rahmenbedingungen
    • Eigene Ziele + Ziele des Gegners
    • Haben die Parteien bereits zusammengearbeitet, bzw. werden regelm├Ą├čig Zusammenarbeiten
  • Objektive Rahmenbedingungen
    • Was ist technisch m├Âglich
    • Wirtschaftliche Aspekte
  • Rechtliche Rahmenbedingungen
    • z.B. handelt es sich um AGB?
    • z.B. Werkvertrag oder Dienstvertrag

Rohentwurf #

  • Basis Checklisten, Vertragsmuster (Formularb├╝cher), fr├╝here Vertr├Ąge (eigene Vertragssammlung) ­čôő
  • Hypothetische Rechtsanwendungen durchgehen
    • Nicht alle F├Ąlle abdeckbar, z.B. Bei Mietvertr├Ągen: Corona
  • Beachtung von Gestaltungskriterien
    • Sicherer Weg (Verpflichtung des Anwalts zum sichersten Weg)
      • Andere Wege k├Ânnen auch aufgezeigt und erkl├Ąrt werden
    • Konfliktvermeidung
      • Was passiert im Konfliktfall: Eskalationsstufen
    • Sanktionen bei Pflichtverletzung
      • Vertragsstrafen
    • Konfliktl├Âsungswege
      • Gerichtsstand, Schiedsgerichtsvereinbarung …
    • Bew├Ąltigung von Unsicherheiten
  • Bew├Ąltigung von Zielkonflikten
    • L├Ąnge des Vertrags vs. Vollst├Ąndigkeit

Ôçĺ Rohentwurf (= Besprechungsentwurf f├╝r Mandanten und ggf. 1. Entwurf an Vertragspartner)

Verhandlungen #

  • Ping-Pong-Spiel: Mehrere Verhandlungsrunden
  • Aufgabe des Anwalts: Beratung und Belehrung

Vertrag ­čžż #

  • Vertrags├╝berschrift
    • Entscheidend ├╝ber Vertragstyp ist letztendlich Inhalt, nicht ├ťberschrift
  • Rubrum
    • Vertragsparteien werden konkret Bezeichnet
    • Unternehmenskonstrukte und genauen Namen ber├╝cksichtigen
  • Pr├Ąambel
    • Erl├Ąuternder Charakter
    • Intention der Parteien, Beweggr├╝nde
    • Sachverhalt auf dem aufgebaut wird
    • Soll keine Rechtsverpflichtungen enthalten
  • Begriffsdefinition
  • Rangfolge der Regelungen
    • Gesetz vs. Vertrag
    • Vertragstext vs. Anlagen vs. Pl├Ąne
  • Leistung und Gegenleitung
    • Was ist wann wo zu erf├╝llen: Essentalia negotii
    • Inhalt und Umfang der Leistung, Leistungszeit, Leistungsort
  • Sicherung der Erf├╝llung
    • Gew├Ąhrleistung
    • Sicherheiten (insb. B├╝rgschaften)
    • Haftung
  • Vertretungsmacht, Zugangsvereinbarungen
    • Wer darf Erkl├Ąrungen als Vertragspartei abgeben
    • Wie wird kommuniziert
  • Beginn, Ende und ggf. Verl├Ąngerung der Vertr├Ąge
  • Wirksamkeitsvoraussetzungen (insb. Bedingungen)
    • z.B. Baugenehmigung
  • L├Âsungsm├Âglichkeiten vom Vertrag (K├╝ndigung + R├╝cktritt)
  • Abwicklung nachvertragliche Pflichten
    • Herausgabepflichten
    • Nachvertragliche Wettbewerbsverbote
  • Allgemeine Bestimmungen
    • Anwendbares Recht
      • “Es gilt deutsches Recht unter Ausschluss der UN-Kaufrechts (CISG) und des Kollisionsrechts.”
      • Grundsatz: freie Rechtswahl, Art. 3 Abs. 1 Rom I
      • Aber: Bei ausschlie├člich innerstaatlichem Sachverhalt Ôćĺ Anwendbarkeit des staatlich zwingenden Rechts, Art. 3 Abs. 3 Rom I
    • Staatliche Gerichte vs. Schiedsgerichtsbarkeit
    • Gerichtsstand (┬ž┬ž 38, 40 ZPO)
    • Schriftformklausel
      • Einfache
      • Doppelte Schriftformklausel: Auch das ├ändern der Schriftformklauseln bedarf der Schriftform
      • AGB-rechtlich problematisch (┬ž 309 Nr 13 BGB)
    • Salvatorische Klausel
      • “Sollte eine Bestimmung dieses Vertrages unwirksam sein oder werden, nichtig sein oder nichtig werden, so wird die Wirksamkeit der ├╝brigen Bestimmungen davon nicht ber├╝hrt. Anstelle der unwirksamen/nichtigen Bestimmung werden die Parteien eine Bestimmung treffen "
      • AGB-rechtlich problematisch (┬ž 306 BGB)

5. Stunde (20.05.2021) ├ťbertragungsvertr├Ąge #

Eigenschaften eines ├ťbertragungsvertrags #

  • Kauf = Austausch Ware gegen Geld
  • Einmalige vertragliche Zusammenarbeit

Kaufgegenst├Ąnde #

K├Ârperliche Gegenst├Ąnde #

  • Kauf einer beweglichen Sache
    • Von Br├Âtchen bis gro├čer Baumaschine
  • Grundst├╝cksverkaufsvertrag
    • Immobiliensachenrecht
    • Man kann Geb├Ąude auf einem Grundst├╝ck nicht selbstst├Ąndig ver├Ąu├čern
    • Alles was fest verbunden ist mit dem Grundst├╝ck, geh├Ârt auch zu dem Grundst├╝ck
    • Das Geb├Ąude ist also nicht sonderrechtsf├Ąhig ┬ž┬ž 93, 94 BGB
      • Wenige Ausnahmen: Z.B. Erbbaurecht

Unk├Ârperliche Gegenst├Ąnde #

  • Factoring (┬ž 453)
    • Verkauf von Rechten
    • Beispiel Forderungen
    • Beispiel Beteiligungen
  • Unternehmenskauf

Vertragsstruktur #

Kaufgegenstand #

  • Was soll verkauft werden und was nicht
    • Welche Teile eines Unternehmens
    • Immobilienkaufvertrag: Zubeh├Âr zu einem Geb├Ąude Bsp. Einbauk├╝che

Kaufpreis #

Eigentums├╝bergang + Sicherung des Austauschverh├Ąltnisses #

Wie sichert man die Verpflichtung auf Eigentums├╝bertragung: Siehe Fallbeispiel sp├Ąter

Besitz├╝bergang und Gefahrtragung #

Besitz├╝bergang ist regelm├Ą├čig ├ťbergang des Risikos eines zuf├Ąlligen Untergangs

Rechts- und Sachm├Ąngelhaftung #

  • Ist die Abweichung der Ist- von der Sollbeschaffenheit
  • 3-stufiges Schema in ┬ž 434 I
  • Falls ein Sachmangel vorliegt: Zweistufiges System:
    1. Stufe: Nacherf├╝llung (= Recht zur zweiten Andienung)
    2. R├╝cktritt, Minderung Schadensersatz statt der Leistung
  • Muss nicht immer geregelt werden
    • Bei normalen beweglichen Sachen und Grundst├╝ckskaufvertr├Ąge im Privatbereich funktionieren die gesetzlichen Vorgaben ausreichend gut.
    • In komplexen F├Ąllen sollte das vertraglich geregelt werden.

Vollzugs- und Wirksamkeitserfordernisse #

Z.B. Vorkaufsrecht von Gemeinden

Kosten und Steuern #

Wichtige Normen #

  • ┬ž 433 BGB: Vertragstypische Pflichten
  • ┬ž┬ž 434-442 BGB: Kaufrechtliches Gew├Ąhrleistungsrecht
  • ┬ž 444 BGB: Haftungsausschluss
  • ┬ž┬ž 446, 447 BGB: Gefahr- und Lasten├╝bergang
    • ┬ž 447 Lasten├╝bergang beim Versendungskauf findet bei Verbraucherkaufvertr├Ągen keine Anwendung (┬ž 475 BGB)
  • ┬ž 449 BGB: Eigentumsvorbehalt
    • Einigung ├╝ber Eigentums├╝bergang steht unter der aufschiebenden Bedingung der Kaufpreiszahlung, falls nichts anderes vereinbart wurde.
  • ┬ž 453 BGB: Rechtskauf
    • Die Vorschriften f├╝r den Kauf von Sachen finden auf den Kauf von Rechten entsprechende Anwendung.
  • ┬ž┬ž 474-479 BGB: Verbrauchsg├╝terkauf
    • Verbraucher kauft von Unternehmer eine bewegliche Sache
    • Abweichungsverbot
    • Die Normen modifizierten die obigen Normen
  • ┬ž┬ž 311b BGB, 15 IV GmbHG: Formvorschriften

Beispiel: Immobilienkaufvertrag #

  1. Grundbuchstand (Kaufobjekt, Belastung) ­čôľ
    1. Dienstbarkeiten: Z.B. Wegerecht, lebenslanges Wohnrecht, …
    2. Hypotheken (Grundschuld)
  2. Verkauf ­čĄŁ
  3. Kaufpreis, F├Ąlligkeit, Finanzierung ­čĺ░ÔîŤ
    • ÔÇťDer Kaufpreis betr├Ągt. 2.5 Millionen EuroÔÇŁ
    • Kein ├ťbernehmen bestehender Belastungen
    • Vereinbaren, dass Kaufpreisf├Ąlligkeit erst bei L├Âschung aller Grundschulden
    • Andere Bedingung: Erkl├Ąrung der Gemeinde ihr Vorkaufsrecht nicht auszu├╝ben
  4. Besitz-, Nutzen-, Lasten und Gefahr├╝bergang ­čž║­čžĘ
  5. Gew├Ąhrleistung ­čĆÜ´ŞĆ
  6. Eigentums├╝bergang, Auflassung ­čôą
  7. Vormerkung ­čôĹ
    • Sicherung das der K├Ąufer auch Eigent├╝mer wird
  8. Steuern und Abgaben, Kosten ­č¬Ö
  9. Provisionsregelung ­čĽ┤´ŞĆ
    • Vertragsteil zugunsten des Maklers
  10. Hinweise des Notars ÔśŁ´ŞĆ
  11. Vollzugsvollmachten ­čĺ»

6. Stunde (10.06.2021) Mietvertr├Ąge #

  • Miete
  • Pacht
  • Leasing (nicht gesetzlich geregelt)

­čôÄ Die Mitschrift dieser Stunde ist von Markus Bilz ├╝bernommen, der diese unter CC-BY ver├Âffentlicht hat: https://edu.markusbilz.com/vertragsgestaltung/mitschrift/gebrauchsueberlassungsvertraege

­čî┤Einordnung #

  • Variante des Austauschvertrags

­čĄŁWesensmerkmale #

  • ├ťberlassung eines Gegenstands f├╝r bestimmte Zeit Ôćĺ Nicht auf Dauer (bestimmte Zeit / Zeitmoment)
  • ├ťberlassung eines Gegenstands Ôćĺ z. B. ├ťberlassung von Rechten / Sachen Ôćĺ Kein Eigentums├╝bergang
  • Recht auf Nutzung (ggf. Fruchtziehung d. h. Fr├╝chte nutzen, die Sache abwirft)
  • gegen Entgelt (Ausnahme Leihe) Ôćĺ z. B. Lizenzgeb├╝hr o. ├ä.

­čŹÇArten von Gebrauchs├╝berlassungsvertr├Ągen #

  • Mietvertrag
    • Geregelt in ┬ž 535 BGB
    • Kein Recht auf Fruchtziehung (z. B. Weinberg; Trauben stehen Vermieter zu)
  • Pachtvertrag
    • Geregelt in ┬ž 581 BGB
    • Fruchtziehung (z. B. Weinberg; Tr├Ąubchen stehen dem Mieter zu Ôćĺ Weinberg wird typsicherweise verpachtet)
  • Leihe
    • Unentgeltliches Pendant zum Miet- und Pachtvertrag
    • Geregelt in ┬ž 598 BGB
    • Geht nur f├╝r Sachen
    • Geringe Haftung f├╝r Verleiher als bei Mietvertrag, da er keine Entgelt bekommt
  • Leasing
    • ungeregelt im Gesetz
    • Varianten sind Finanzierungsleasing (├Ąhnlich Kreditvertrag) und Operating Leasing (├Ąhnlich Mietvertrag)
  • Bestandteil typengemischter Vertr├Ąge
    • Hotel / Bewirtungsvertrag (z. B. ├ťberlassung des Zimmers (Mietvertrag), Reinigungsservice (Dienstvertrag), Fr├╝hst├╝ck (Werkvertrag))
    • Krankenhausvertrag (Behandlung durch Arzt (Dienstvertrag))
  • Lizenzvertrag
    • exklusive vs. nicht-exklusive Lizenzen o. ├ä.

­čŤę´ŞĆRegelungsschwerpunkte #

  • Folgende Regeln gelten f├╝r alle Gebrauchs├╝berlassungsvertr├Ąge
  • Beschreibung der Gebrauchs├╝berlassungspflicht: Was ist zu welchem Zeitpunkt, f├╝r welchen Zeitraum, in welchem Zustand zu ├╝berlassen?
    • Beschaffenheit muss definiert sein.
  • Gebrauchsrechte des Nutzers (Wie darf der Nutzer den Gegenstand verwenden?)
    • Gewerblich / nicht gewerblich? z. B. Blumenladen vs. Bordell
    • Was sind die einzelnen Nutzungsrechte z. B. Recht auf Vervielf├Ąltigung?
  • Entgeltabrede
    • Kaufkraftschwund etc.
  • Sicherheiten
    • Bei Mietausfall
    • Absicherung bei nicht pfleglichem Umgang mit der Mietsache
  • Gew├Ąhrleistung & Haftung
  • Beendigung & R├╝ckgabe
    • R├╝ckgabe der Mietsache z. B. Besenrein
    • Unproblematisch bei Lizenzen

­čž▒Mietvertrag #

  • Geregelt in ┬ž 535 BGB
  • Pflichten des Vermieters
    • ├ťberlassungspflicht
    • Erhaltungspflicht Ôćĺ Man kann Sache f├╝r den im Vertrag vorgesehenen Zweck nutzen
  • Pflichten des Mieters
    • Zahlungspflicht
    • Obhuts- und Sorgfaltspflicht Ôćĺ Pfleglich mit Mietsache umgehen Ôćĺ Ansonsten Schadensersatzpflicht
  • ┬ž┬ž 535-548 BGB Allgemeiner Teil:
    • Gilt f├╝r alle m├Âglichen Sachen z. B. Auto, Wohnraummietvertrag
    • (geregelt: Hauptpflichten; Gew├Ąhrleistungsrecht; Untermiete; au├čerordentliche K├╝ndigung; R├╝ckgabe)
    • Mieter haftet nicht f├╝r Abnutzungen durch vertragsgem├Ą├čen Verbrauch nach ┬ž 538 BGB.
    • Verj├Ąhrung bereits nach 6 Monaten gem. ┬ž 548 BGB.
  • ┬ž┬ž 549-577a BGB: Wohnraummietvertr├Ąge
    • (geregelt: Anwendungsbereich, Schriftform, Mietsicherheit, Erhaltung und Modernisierung, Betriebskosten, Mieterh├Âhungen, Vermieterpfandrecht, Wechsel der Vertragsparteien, Beendigung)
      • Form des Mietvertrags ┬ž 550
        • Wohnraummietvertrag typischerweise unbefristet
        • Wird Vertrag nicht schriftlich geschlossen mit Laufzeit l├Ąnger als 1 Jahr, so gilt er auf unbestimmte Dauer geschlossen.
      • Betriebskosten ┬ž 556a-c
      • Mietpreisbremse ┬ž 556d
      • Staffelmiete ┬ž557a
        • Unterschiedliche Mieth├Âhe f├╝r unterschiedliche Zeitr├Ąume
      • Indexmiete ┬ž557b
        • z. B. Kopplung an Verbraucherpreisindex
      • Kauf bricht nicht Miete ┬ž 566 Ôćĺ Neuer K├Ąufer tritt in Mietvertrag ein (wichtig) ÔÜá´ŞĆ
      • Au├čerordentliche K├╝ndigung ┬ž 569
      • Befristung von Wohnraummietverh├Ąltnissen ┬ž 575
        • Nur wirksam bei Verwertung bzw. sp├Ąterer Eigennutzung
        • D. h. man kann Wohnraummietverh├Ąltnisse nur in sehr engen Grenzen befristen…
  • ┬ž┬ž 578-580a BGB: Mietverh├Ąltnisse ├╝ber andere Sache
    • (geregelt: Verweisung (┬ž 578 BGB !) d. h. Regelungen gelten nicht nur f├╝r Wohnraummietverh├Ąltnisse sondern auch f├╝r Gewerberaum-Mietvertr├Ąge, K├╝ndigungsfristen)

­čĺČUnterschiede bei Vertragsgestaltung #

  • Wohnraummietverh├Ąltnisse
    • Kaum Spielraum bei Vertragsgestaltung
    • fast alles durch zwingendes Recht geregelt
  • Mietvertr├Ąge ├╝ber sonstige R├Ąume (insb. Gewerberaum)
    • Umfangreiche Vertragsgestaltung m├Âglich
    • Grenze: AGB-Recht, ┬ž┬ž 305 ff. BGB z. B. ┬ž 307 BGB (weil kein Verbraucher)

­čƬGewerberaummietvertrag #

Beispiel:

Die Karlsruhe Lager 2 S.├á.r.L. (“Vermieterin”) ist Eigent├╝mer einer Logistikimmobilie mit einer Mietfl├Ąche von 8.000 qm, aufgeteilt auf 3 Hallen. Der Mietvertrag f├╝r die Halle A (2.000 qm) l├Ąuft aus. Die D├Ąmpfer GmbH & Co KG (“Muttergesellschaft”), ein expandierendes Maschinenbauunternehmen, ben├Âtigt dringend neue Lagerfl├Ąchen und ist sehr interessiert, die Halle zu mieten. Allerdings will sie nicht direkt mieten, sondern ├╝ber ihr Tochter-unternehmen D├Ąmpfer Lager-und Logistik GmbH (“Projektgesellschaft, Mieterin”). Die Vermieterin ist sehr interessiert an einem Mietvertrag mit langer Laufzeit. Die Miete soll f├╝r die Laufzeit inflationsgesichert sein.

Sie sind Beraterin der Vermieterin und sind mit der Ausarbeitung eines Mietvertragsentwurf beauftragt. Auf welche Gesichtspunkte ist bei der Vertragsgestaltung besonders zu achten?

Inhalt #

  • Mietgegenstand, Mietzweck
  • Mietzeit
  • Miete, Umsatzsteuer, Mietanpassung
  • Nebenkosten
  • Mietsicherheiten
  • (…)

Mietgegenstand #

  • genaue Beschreibung des Mietgegenstands (insb. Mietfl├Ąche) + Nutzungsart
    • Bestimmt Vertragssoll Ôćĺ Wichtig f├╝r Vermieter Ôćĺ Was, wird vermietet? Zu welchem Zweck etc.? Ôćĺ Beispiel: Bauliche Anforderungen an vermietete Apotheke / ├ľffentliches Baurecht Ôćĺ z. B. Vermieter muss Baurecht ber├╝cksichtigen kann z. B. nicht ├╝berall eine Spieleh├Âlle vermieten
    • Fl├Ąchenangaben:
      • Ma├čstab f├╝r die Fl├Ąchenberechnung angeben z. B. MF/G Richtlinie 2017, DIN277:2016) Ôćĺ Wie wird Fl├Ąche berechnet? Ôćĺ Ohne Angabe gibt es Streitpotenzial
      • Schwellenwert f├╝r die (Un-)beabsichtigte von Fl├Ąchenabweichungen Ôćĺ z. B. 5 % Regelung f├╝r Abweichung bei Fl├Ąchenangabe
    • Regelungsmechanismus f├╝r ├änderung der Nutzung
      • Optional zu regeln, aber sinnvoll
    • Genaue Beschreibung ist Ma├čstab daf├╝r, ob Mangel vorliegt

Mietzeit #

  • Festmietzeitraum z. B. 10 Jahre
  • Optionsrecht des Mieters Ôćĺ Mieters kann Vertrag nochmalig um X Jahre verl├Ąngern
  • Evergreen-Klausel Ôćĺ automatische Verl├Ąngerung um 1 Jahr nachdem alle Optionsrechte des Mieters gezogen sind

Wertsicherungsklausel #

  • Keine Anwendung von ┬ž┬ž 557 ff. BGB (Betrifft nur Wohnraumrecht)
  • Arten der Wertsicherungsklausel
    • Staffelmietvereinbarung
    • Indexklausel Ôćĺ z. B. Miete trackt Ver├Ąnderung des Verbraucherpreisindizes 1:1 oder z. B. zu 60 %.
    • Schiedsgutachterklausel

Mietsicherheit #

  • Regelfall: B├╝rgschaft, weil Barkaution Liquidit├Ąt bindet
  • Klarer Regelung zum Umfang der B├╝rgschaft
  • B├╝rgschaft f├╝r erstes Anfordern, Verzicht auf Einrede der Vorausklage, Verzicht auf Einrede Anfechtbarkeitung und Aufrechenbarkeit (es sei denn Forderungen rechtskr├Ąftig oder unstreitig)
  • H├Âhe:
    • bis sechs Monatsmieten in Gewerbemietvertr├Ągen
    • Im Wohnraum-Mietrecht max. 3 Monatsmieten ┬ž 551 BGB.

Gew├Ąhrleistung und Haftung #

  • Beschr├Ąnkung des Aufrechnungs-, Zur├╝ckbehaltungs- und Minderungsrechts
  • z. B. Miete vorausbezahlen, dass Kredit bedient werden kann. Mieter kann Miete zur├╝ckfordern
  • Beschr├Ąnkung der Haftung: nur in sehr geringem Umfang m├Âglich Ôćĺ AGB-Recht
  • Pflicht zum Abschluss von Versicherungen Ôćĺ z. B. Betriebsunterbrechungsversicherungen, sodass Miete weiterhin gezahlt werden kann

Weitere Regelungen #

  • Nebenkosten
  • Instandhaltung und Instandsetzung, Sch├Ânheitsreparaturen
  • kleinere Regelungen
    • Betriebspflicht z. B. vor Allem im Einzelhandel, Mieter muss Mietsache nutzen d. h. Laden soll nicht leer stehen
    • Konkurrenzschutz z. B. Man vermietet nicht an ├Ąhnliche Person z. B. Lidl, wenn man bereits in Umgebung an Aldi vermietet hat
    • Werbeschilder z. B. Aufstellen von Werbeschildern
    • Wiederherstellungspflicht z. B. Abbrennen
    • Untervermietung
    • bauliche Ver├Ąnderung z. B. was darf Mieter / Vermieter baulich Ver├Ąnderungen w├Ąhrend der Vertragslaufzeit?
    • Schriftform, Vollst├Ąndigkeitsklausel (Aufforderung, dass das was schriftlich vereinbart wurde, vollst├Ąndig ist)
  • Sonderkonstellation:
    • Vermietung vom Rei├čbrett, Mieterausbau:
      • Rei├čbrett: Immobilie existiert noch nicht; Mietvertrag wird aber bereits abgeschlossen
      • Mieterausbau: Mieter baut nach seinen Vorstellungen aus.

7. Stunde (17.06.2021) Leasing und Lizenzen #

Leasing #

  • Keine eigenst├Ąndigen gesetzlichen Regelungen
  • Atypischer Mietvertrag
    • Grunds├Ątzlich gelten die Normen des Mietrechts
  • Unterschiedlichste Ausgestaltungen und Begrifflichkeiten
    • Z.B. Finanzierungsleasing $\neq$ Finanzierungsleasing
  • Gr├╝nde f├╝r Leasing vs. Miete vs. Kreditfinanzierung: Steuerliche Vorteile, Vorteile bei der Finanzierung
  • ├ťberblick ├╝ber Vertragsgestaltungen Leasing-Erlasse des BMF
    • Vollamortisationserlass f├╝r Mobilien, Vollamortisationserlass f├╝r Immobilien, Teilamortisationserlass fu Mobilien Teilamortisationserlass f├╝r Immobilien
    • Zivilrechtliche Vertr├Ąge richten sich an der steuerlichen Einordnung aus

Finanzierungs-Leasing #

  • Lange Grundmietzeit: 40-90 % der ├╝blichen Nutzungsdauer
  • Ausgestaltung als Voll- oder Teilamortisationsvertr├Ąge
    • Teilamortisationsvertrag: Am Schluss der Grundmietzeit sind die Anschaffungskosten noch nicht gedeckt.
    • Vertragsende
      • Kaufoption
      • Verl├Ąngerungsoption
      • Andienungsrecht: Gegenteil der Kaufoption. Leasinggeber hat das Recht, dass der Leasingnehmer den Gegenstand am Ende der Grundmietzeit f├╝r einen gewissen Betrag abkauft

Operating-Leasing #

  • Fast ein Mietvertrag
  • Kurze Laufzeiten und K├╝ndigungsfristen
    • Gr├Â├čere Flexibilit├Ąt f├╝r Anpassungen an Gesch├Ąftsentwicklung
  • i.d.R. keine ├ťbernahme bei Vertragsende
  • Teilweise Austausch (sog. revolving-leasing)
  • H├Ąufig Wartungs- und Instandhaltungsdienstleistungen verbunden (Gross Lease)

Sonderformen #

  • Immobilienleasing, Herstellerleasing, Spezialleasing (Gegenstand ist Speziell auf Leasingnehmer zugeschnitten)

Vertragskonstellation #

  • Leasingvertrag zwischen Leasingnehmer und Leasinggeber. Kaufvertrag zwischen Lieferant und Leasinggeber.
  • Abgrunzung gegen├╝ber Miete: Abw├Ąlzung der Erhaltungspflicht aus ┬ž 535 BGB an Leasinggeber
  • Zwar kein Vertrag zwischen Leasingnehmer und Lieferant, aber kann praktisch s├Ąmtliche Rechte, insbesondere Gew├Ąhrleistungsrechte, gelten machen. Dies geht indirekt ├╝ber Leasinggeber der die Rechte aus dem Kaufvertrag mit Lieferanten quasi weitergibt.

Darlehensvertrag #

Gelddarlehen ┬ž┬ž 488 BGB ff. #

Durch den Darlehensvertrag wird der Darlehensgeber verpflichtet, dem Darlehensnehmer einen Geldbetrag in der vereinbarten H├Âhe zur Verf├╝gung zu stellen. Der Darlehensnehmer ist verpflichtet, einen geschuldeten Zins zu zahlen und bei F├Ąlligkeit das zur Verf├╝gung gestellte Darlehen zur├╝ckzuzahlen. (┬ž 488 I BGB)

  • Pflicht Darlehensgeber: Zurverf├╝gungstellung eines Geldbetrages
  • Pflicht Darlehensnehmer: Zinszahlung und R├╝ckzahlung bei F├Ąlligkeit
  • Verschiedene Kreditsicherheiten z.B. Grundschuld

Sonderform: Verbraucherdarlehnsvertrag ┬ž┬ž 491-505 BGB #

  • Informationsrechte, Widerrufsrechte, …
  • Nicht Fokus der Vorlesung

Sachdarlehen ┬ž 607 BGB ff. #

  • Schattendasein: Fast keine eigenst├Ąndige Bedeutung in der Wirtschaft
  • Es m├╝ssen nicht dieselben Sachen zur├╝ckgegeben werden, sondern Sachen der gleichen Art, G├╝te und Menge
  • Beispiel: Wertpapierleihe
    • Leerverkauf: Verkauf von Aktien, die man nicht hat
  • Beispiel: Palettentauschsystem Europaletten
  • Beispiel: Feuerholz

Imaterialg├╝terrecht #

  • Abgrenzung zum Pers├Ânlichkeitsrecht (z.B. Recht am eigenen Bild)
  • Es gilt der Numerus Clausus des Immaterialg├╝terrechts
  • Absolutes Recht an einem unk├Ârperlichen Gegenstand
  • Immaterlialg├╝terrecht vs. Sacheigentum
    • Jemand kann Sacheigentum haben aber nicht das Immaterialg├╝terrecht, dass in der Sache steckt
      • Z.B. Haus Ôćö Architekt
  • Rechte
    • Ausschlie├čliche Nutzungsbefugnisse f├╝r bestimmte Nutzungen
      • Nur bestimmte Nutzungen: ┬ž 11 Patentgesetz
  • i.d.R: R├Ąumlich und zeitlich begrenzter Schutzumfang
    • ┬ž 16 Patentgesetz: Patent kann nur f├╝r 20 Jahre eingetragen werden
    • Marken werden f├╝r 10 Jahre eingetragen. Es kann aber unbegrenzt oft verl├Ąngert werden.
  • Arten der Rechteeinr├Ąumung
    • ├ťbertragung (nicht beim UrhR)
    • Ausschlie├čliche Lizenz
    • Einfache Lizenz
  • Lizenzvertrag
    • Vertrag sui generis (Vertrag eigener Art)
    • Hauptpflicht Lizenzgeber: Einr├Ąumung der Lizenz
    • Hauptpflicht Lizenznehmer: Zahlung der Lizenzgeb├╝hr
    • Nebenpflichten
      • z.B. Aufrechterhaltung des Schutzrechtes
      • Rechtsm├Ąngelhaftung bei Nichtbestehen oder fehlender Inhaberschaft

Patente (und andere Schutzrechte z.B. Gebrauchsmuster, Sortenschutzrecht) #

  • Zweck: Schutz technischer Innovation
  • Gegenstand: Erfindung
  • Voraussetzungen (vgl. ┬ž 1 PatG)
    • Neuheit ┬ž 3 I PatG
    • Beruhen auf einer erfinderischen T├Ątigkeit ┬ž 4 PatG
    • Gewerbliche Anwendbarkeit ┬ž 5 PatG
  • Schutzumfang: ┬ž9 PatG (Negativabgrenzung: 11 PatG)
  • Muss Eingetragen werden

Design #

Schutz von M├Âbel, Kleidung, …

Marken (und andere Kennzeichenrechte) #

  • Zweck: Kennzeichnungsschutz
  • Arten von Kennzeichen
    • Marken ┬ž 3 MarkenG
    • Geografische Herkunftsangaben
    • Gesch├Ąftliche Bezeichnungen
  • Es kann viel gesch├╝tzt werden
    • W├Ârter, Verpackungen, Formen, Farben
    • Aber: Schutzhindernisse
      • Absolute Schutzhindernisse ┬ž 8 MarkenG
        • Freihaltebed├╝rftige Begriffe
      • Relative Schutzhindernisse ┬ž 9 MarkenG
        • Unterscheidungskraft

Urheberrechte #

  • Anders als die obigen, kein gewerbliches Schutzrecht
  • Zweck: Schutz ideeller + materieller Interessen
  • Gegenstand: Werk (Literatur, Wissenschaft, Kunst)
  • Voraussetzung: geistige Sch├Âpfung
    • Sch├Âpfungsh├Âhe muss erreicht sein
  • Schutzumfang ┬ž┬ž 11 UrhG ff.
  • Dauer: 70 Jahre post mortem auctoris
  • Bracht keine Eintragung

8. Stunde (24.06.2021) Dienstvertrag und Arbeitsvertr├Ąge #

Dienstvertrag #

  • Unterschied zu Werkvertrag und Mietvertrag: Kein eigenes Gew├Ąhrleistungsrecht. Sondern allgemeine Leistungsst├Ârungsrecht z.B. ┬ž 323.
  • Geregelt in ┬ž 611 BGB

(1) Durch den Dienstvertrag wird derjenige, welcher Dienste zusagt, zur Leistung der versprochenen Dienste, der andere Teil zur Gew├Ąhrung der vereinbarten Verg├╝tung verpflichtet. (2) Gegenstand des Dienstvertrags k├Ânnen Dienste jeder Art sein.

  • Es wird kein Erfolg geschuldet
  • Beispiele
    • Mandatsvertrag mit Anwalt oder Steuerberater
      • Man schuldet die bestm├Âgliche Durchf├╝hrung, aber keinen Prozesserfolg
    • Behandlungsvertrag, ┬ž┬ž 630a BGB ff.

Arbeitsvertrag #

  • Geregelt in ┬ž 611a
  • Sonderform des Dienstvertrags (┬ž 611 BGB)
  • Entscheidendes Kriterium Weisungsgebundenheit (zeitlich, ├Ârtlich und fachlich

Vertragsanbahnung #

  • Stellenausschreibung und AGG
  • ┬ž 1 AGG

Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gr├╝nden der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identit├Ąt zu verhindern oder zu beseitigen.

  • Konkrete Regelungen ┬ž┬ž 6 ff.
  • Vorstellungskosten
  • Fragerecht des Arbeitgebers
    • Arbeitnehmer kann Fragen nicht wahrheitsgem├Ą├č beantworten, wenn diese bestimmte Themenbereiche betreffen

Rahmenbedingungen #

  • Grunds├Ątzliche Regelungen ┬ž┬ž 611-630 BGB
  • Viele weitere Gesetze
  • Z.B. ┬ž┬ž 105-110 GewO
  • Neben dem Gesetz finden auf Tariefvertr├Ąge und Betriebsvereinbarungen Anwendung
  • Es werden Arbeitsvertr├Ąge mit und ohne Tarifbindung unterschieden

Wesentliche Vertragsinhalte #

  • Essentalia negotii
    • Vertragsparteien
    • Arbeitsleistung
    • NICHT: Verg├╝tung, falls nicht geregelt, wird die ├╝bliche Verg├╝tung geschuldet
  • Grunds├Ątzlich Formfreiheit bei Abschluss, aber ┬ž 2 NachwG

Der Arbeitgeber hat sp├Ątestens einen Monat nach dem vereinbarten Beginn des Arbeitsverh├Ąltnisses die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich niederzulegen, die Niederschrift zu unterzeichnen und dem Arbeitnehmer auszuh├Ąndigen. In die Niederschrift sind mindestens aufzunehmen: […]

  • Nebent├Ątigkeit / Wettbewerbsverbot
  • Geheimhaltungspflicht
  • Verfall-/ Ausschlussfritsen
  • Weiterbildung / R├╝ckzahlung
  • Rechte an Arbeitsergebnissen (UrhR, ArbnErfG)
  • Abtretungsverbot
  • Vertragsstragen
  • Kurzarbeit

T├Ątigkeitsbeschreibung und Direktionsrecht #

  • gesetzlicher Rahmen 106 GewO

Der Arbeitgeber kann Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung nach billigem Ermessen n├Ąher bestimmen, soweit diese Arbeitsbedingungen nicht durch den Arbeitsvertrag, Bestimmungen einer Betriebsvereinbarung, eines anwendbaren Tarifvertrages oder gesetzliche Vorschriften festgelegt sind. Dies gilt auch hinsichtlich der Ordnung und des Verhaltens der Arbeitnehmer im Betrieb. Bei der Aus├╝bung des Ermessens hat der Arbeitgeber auch auf Behinderungen des Arbeitnehmers R├╝cksicht zu nehmen.

  • enge vs. weite T├Ątigkeitsbeschreibung
    • Berufsbild
    • Umschreibung
    • Verweis auf Stellenbeschreibung
    • Zweischneidiges Schwert: Normalerweise Interesse des Arbeitnehmers einer engen T├Ątigkeitsbeschreibung. Aber bei betriebsbedingter K├╝ndigung umgekehrt. Hier werden anhand der T├Ątigkeitsbeschreibung Vergleichsgruppen f├╝r die Sozialauswahl getroffen.
  • Bestimmung des Arbeitsorts
  • Umfang des Direktionsrechts

Arbeitszeit #

  • Gesetzlicher Rahmen: ArbZG
    • h├Âchstens 8h / Tag (48h/ Woche), ┬ž 3 ArbZG
    • Pausenregelung, ┬ž 4 ArbZG
  • W├Âchentliche Arbeitszeit (keine AGB-Kontrolle!)
    • Wie viele Arbeitstage
  • Mehr- und ├ťberstunden
    • Mehrstunden: Mehr Studen als im Gesetz
    • ├ťberstunden: Mehr als im Vertrag vereinbart
    • Vereinbarung einer Verg├╝tung daf├╝r
  • Beginn, Ende und Aufteilung der Arbeitszeit: konkrete Festlegung vs. billiges Ermessen, ┬ž 315 BGB
    • Gerichtliche ├ťberpr├╝fung bei billigem Ermessen

(1) Soll die Leistung durch einen der Vertragschlie├čenden bestimmt werden, so ist im Zweifel anzunehmen, dass die Bestimmung nach billigem Ermessen zu treffen ist. (2) Die Bestimmung erfolgt durch Erkl├Ąrung gegen├╝ber dem anderen Teil. (3) Soll die Bestimmung nach billigem Ermessen erfolgen, so ist die getroffene Bestimmung f├╝r den anderen Teil nur verbindlich, wenn sie der Billigkeit entspricht. Entspricht sie nicht der Billigkeit, so wird die Bestimmung durch Urteil getroffen; das Gleiche gilt, wenn die Bestimmung verz├Âgert wird.

  • Sondervorschriften bei Teilzeitbesch├Ąftigten (┬ž┬ž 2 I, 6 ff., 22 I TzBfG)

Verg├╝tung #

  • Gesetzlicher Rahmen:
    • ┬ž┬ž 612, 614 BGB
    • ┬ž┬ž 107, 108 GewO
    • ┬ž┬ž 1, 3 Mindestlohngesetz (im Gesetz 8,50 ÔéČ, durch Rechtsverordnung jetzt 9,60 ÔéČ)
    • ABER: Keine AGB-Kontrolle!
  • Verg├╝tung in Sonderf├Ąllen
    • Annahmeverzug, ┬ž 615 S.1 BGB
    • Betriebsrisiko ┬ž 615 S. 3 BGB
    • Feiertage ┬ž 2 EFZG
    • Krankheitsfall, ┬ž 3 EFZG

Urlaub #

  • Gesetzlicher Rahmen BUrlG
  • Mindesturlaub 24 Werktage (bezogen auf 6-Tage-Woche!)
  • Vertragsgestaltung: Differenzierung zw. gesetzlichem, Mindesturlaub und dar├╝ber hinausgehenden Urlaub
  • Erholungsurlaub vs. unbezahlter Sonderurlaub

Befristung #

  • Gesetzlicher Rahmen
    • ┬ž 620 III BGB
    • ┬ž┬ž 1, 3-5, 14 ff TzBfG
    • Kalenderm├Ą├čig befristet vs. Zweckbefristet
    • Sachgrund vs. sachgrundlos

K├╝ndigung #

  • Gesetzlicher Rahmen:
    • ┬ž┬ž 622, 623, 626 BGB
    • KSchG (┬ž┬ž 1, 23 KSchG)
  • K├╝ndigungsfristen: ┬ž 622 BGB
  • Fristlose K├╝ndigung vs. ordentliche K├╝ndigung
  • Soziale Rechtfertigung der K├╝ndigung:
    • personenbedingt
    • verhaltensbedingt
    • betriebsbedingt

9. Stunde (01.07.2021) Herstellvertr├Ąge, Dienst- und Arbeitsvertr├Ąge, Vertriebsvertr├Ąge #

Herstellvertr├Ąge #

  • Arten
    • allgemeiner Werkvertrag ┬ž 631 BGB
    • Bauvertrag
    • Architekten- und Ingenieurvertrag
    • Bautr├Ągervertrag
  • Gesetzlicher Rahmen
    • ┬ž 631 Hauptpflichten
    • ┬ž┬ž 632, 632a ÔÇö Regelungen zur Verg├╝tung
      • Werkunternehmer ist verpflichtet in Vorleistung zu gehen, aber kann Abschlagszahlungen verlangen. (Spezialfall Werkvertragsrecht)
    • ┬ž┬ž 633-639 Gew├Ąhrleistungsrecht
      • ├ähnlich zum Kaufvertrag
      • Abweichung: Selbstvornahme mit Vorschuss, falls Mangel nicht vom Unternehmer beseitigt wird
        • Verschuldensunabh├Ąngig im Gegensatz zu Schadensersatz
    • ┬ž 640 Abnahme
      • Werk entspricht im Wesentlichen der vertraglichen Abrede
      • Pflicht des Bestellers
      • Erst bei Abnahme kann Werklohn gefordert werden
    • ┬ž 650 Werklieferungsvertrag
      • Falls Eigentumsverschaffung und nicht Herstellung des Werkes im Mittelpunkt steht.

Vertr├Ąge am Bau #

  • Zust├Ąndigkeiten

    • Viele Partien, Herausforderung f├╝r die Vertragsgestaltung

      • Ziel Zusammenfassen der Zust├Ąndigkeiten
    • Planung

      • Architekt
      • Fachplaner
        • Statiker
        • Pr├╝fingenieur
        • Elektrik, Sanit├Ąr, Akustik, Brandschutz, …

      Ôçĺ Zusammenfassung gegen├╝ber dem Bauherrn durch eine Person: Generalplaner

    • Ausf├╝hrung

      • Mehrere “Gewerke”

    Ôçĺ Zusammenfassung aller Zust├Ąndigkeiten: Totalunternehmer

    Untitled

    Ôçĺ Zusammenfassung mit Grundst├╝ckseigentum: Bautr├Ąger/Projektentwickler

  • Einzelvergabe vs. GU-Vergabe

    • Was passiert, wenn der GU pleite geht?Ein Bautr├Ąger ├╝bernimmt zus├Ątzlich den Erwerb eines passenden Grundst├╝cks und die Geb├Ąudeplanung. Es handelt sich hierbei um ein typengemischten Vertrag von Kaufvertrag (Grundst├╝ck) und Werkvertrag.

Untitled

Wesentliche Regelungsinhalte #

  • Leistungsbeschreibung
  • Verg├╝tung
  • ├änderung der Leistung
  • Ausf├╝hrungsfristen
  • Abnahme
  • Gew├Ąhrleistung
  • Sicherheiten

Vergabe- und Vertragsordnung f├╝r Bauleistungen (VOB) #

  • VOB/A: Allgemeine Bestimmungen f├╝r die Vergabe von Bauleistungen
  • VOB/B: Allgemeine Vertragsbedingungen f├╝r Bauleistungen
  • VOB/C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen f├╝r Bauleistungen (hier nicht relevant)
  • Bei B2B Vertr├Ągen sind die VOB/B privilegierte AGB
    • Sie unterliegen also nicht der Kontrolle ┬ž 310 I S. 3BGB

Leistungsbeschreibung #

  • Detailliert vs. funktional (h├Ąufig “schl├╝sselfertig”)
    • Als Bauherr meistens funktional besser
    • Bei kleineren Bauvorhaben oder im ├Âffentlichen Bereich detailliert
    • Detailliert ist fehleranf├Ąlliger
  • Detailliertes Leistungsverzeichnis
    • Nur der Einheitspreis wird verbindlich vereinbart, die St├╝ckzahl kann abweichen (Einheitspreisvertrag)

Verg├╝tung #

  • Einheitspreisvertrag vs. Detail-Pauschalvertrag vs. Global-Pauschlapreisvertrag (“Komplettheitsklausel”)
    • Bei Detail-Pauschalvertrag ist nur die Leistung geschuldet, die im Vertrag steht, bei Pauschalpreisvertrag wird das in der funktionalen Leistungsbeschreibung vereinbart ist geschuldet

Leistungs├Ąnderungen #

  • ┬ž┬ž 650b, 650c BGB Anordungsrecht und Verg├╝tungsanpassung
    • Abweichung von “pacta sunt servanda”
  • ┬ž 2 V, VI VOB/B ÔÇö ge├Ąnderte oder zus├Ątzliche Leistung

10. Stunde (08.07.2021) Gesellschaftsrecht: Sicherungsmittel #

Zweck von Sicherungsmittel #

  • Schutz der Vertragserf├╝llung im Falle der Insolvenz
  • Bei Insolvenz:
    • Aussonderung ┬ž 47 BGB
      • Z.B. Einfacher Eigentumsvorbehalt
      • Gegenstand z├Ąhlt nicht zur Insolvenzmasse
    • Absonderung ┬ž 49 ff. InsO
      • Komplizierteres Verfahren

Akzessoriet├Ąt = Abh├Ąngigkeit zwischen gesicherter Forderung und Sicherungsrecht

Arten von Sicherungsmitteln #

  • Personalsicherheiten
    • Dreiecksverh├Ąltnis
    • B├╝rgschaft ┬ž 765 BGB (akzessorisch)
    • Nicht gesetzlich geregelt (und nicht pr├╝fungsrelevant)
      • Schuldbeitritt
        • Kein Rangverh├Ąltnis: Beigetretener haftet genau wie Schuldner (Gesamtschuld)
      • Patronatserkl├Ąrung
        • H├Ąufig im Konzernbereich
        • Muttergesellschaft ist finanzst├Ąrker als Tochtergesellschaft und verpflichtet sich
          • entweder zur direkten Haftung f├╝r die Schuld
          • oder f├╝r Geld in die Tochtergesellschaft nachzuschie├čen
        • Normalerweise hat man nur einen Anspruch gegen die Tochtergesellschaft bei Vertrag mit Tochtergesellschaft.
      • Garantie
        • Normalerweise kein Vertragsverh├Ąltnis zwischen Hersteller und Verbraucher, wenn Verbraucher von H├Ąndler kauft.
        • Hersteller gibt an Kunden Garantie ab
        • Wichtig: Unterscheidung Garantie und Gew├Ąhrleistung
          • Gew├Ąhrleistung ist gegen├╝ber dem direkten Vertragspartner
        • Garantie schr├Ąnkt Gew├Ąhrleistung nicht ein
  • Sachsicherheiten
    • Eigentumsvorbehalt ┬ž 449 BGB
    • Pfandrecht ┬ž 1204 BGB (akzessorisch)
      • Keine direkte Praxisrelevanz, aber Pfandrecht im Gesetz z.B. Miete
    • Hypothek ┬ž 1113 BGB / Grundschuld ┬ž 1191
      • Hypothek ist akzessorisch, Grundschuld nicht
    • Sicherungs├╝bereignung / -abtretung (nicht akzessorisch)

Sicherungsvertrag #

Zus├Ątzlicher Vertrag als schuldrechtlicher Akzessoriet├Ątsersatz

Sicherungsverh├Ąltnis.svg

├ťbersicherung #

Grunds├Ątzlich k├Ânnen beliebig viele Sicherungsmittel vereinbart werden, es darf jedoch keine ├ťbersicherung des Gl├Ąubigers geben

Eigentumsvorbehalt #

  • Einfacher Eigentumsvorbehalt
    • Das Eigentum verbleibt beim Verk├Ąufer, solange der vollst├Ąndige Kaufpreis nicht bezahlt worden ist
  • Erweiterter Eigentumsvorbehalt
    • Erstreckung auf weitere Forderungen
      • Kontokorrentvorbehalt
        • Das Eigentum verbleibt beim Verk├Ąufer, solange es offene Forderungen aus der Gesch├Ąftsbeziehung gibt
      • Konzernvorbehalt oder ÔÇ×DrittvorbehaltÔÇť
        • Nach ┬ž 449 III BGB ist der Konzernvorbehalt auf Verk├Ąuferseite immer unwirksam.
    • Erstreckung auf Surrogate
      • Vorausabtretungsklausel
        • Was ist mit Vertrag mit Zwischenh├Ąndler, der Eigentum weiterverkaufen will?
        • Problem: Bei gutgl├Ąubigem Erwerb l├Ąuft Eigentumsvorbehalt ins Leere
        • Die Forderung des Zwischenh├Ąndlers bei Weiterverkauf wird anstatt dem Eigentum an der Sache abgetreten
      • Verarbeitungsklausel
        • Problem Verarbeitungs├╝bergang im Gesetz ┬ž 950 BGB

B├╝rgschaft ┬ž 765 BGB #

  • Arten von B├╝rgschaften
    • B├╝rgschaft auf Zeit ┬ž 777
    • H├Âchstbetragsb├╝rgschaft
    • Selbstschuldnerische B├╝rgschaft ┬ž 773 I
      • Einrede der Vorausklage ┬ž 771 ausgeschlossen
      • Fast immer in der Praxis
    • B├╝rgschaft auf erstes Anfordern
      • Gef├Ąhrlich f├╝r den B├╝rgen
      • B├╝rge muss auf erste Anforderungen zahlen und kann keinerlei Einreden geltend machen
        • Muss dann ggf. Prozess auf R├╝ckzahlung f├╝hren
      • In vielen F├Ąllen rechtlich nicht m├Âglich
    • Ausfallb├╝rgschaft
      • B├╝rge kann nur dann in Anspruch genommen werden, wenn Gl├Ąubiger gegen Schuldner alles probiert hat.

11. Stunde (15.07.2021) Gesellschaftsrecht #

  • Organisationsvertr├Ąge und Kooperationsvertr├Ąge
  • Abgrenzung zum Austauschvertrag: Keine gegenl├Ąufigen Interessen
  • ┬ž 705 BGB

Durch den Gesellschaftsvertrag verpflichten sich die Gesellschafter gegenseitig, die Erreichung eines gemeinsamen Zweckes in der durch den Vertrag bestimmten Weise zu f├Ârdern, insbesondere die vereinbarten Beitr├Ąge zu leisten.

Personengesellschaften #

  • GbR
  • OHG ┬ž┬ž 105 ff. HGB
  • KG ┬ž┬ž 161 ff. HGB
  • stll. Ges. (nicht klausurrelevant)
  • PartG (├ähnlichkeit zur OHG f├╝r freie Berufe)

Ma├čgeblich personalistisch ausgestaltet. Der Bestand der Gesellschaft h├Ąngt ma├čgeblich mit den Gesellschaftern zusammen. Es gibt keine Fremdgesch├Ąftsf├╝hrung wie bei einer K├Ârperschaft einrichten.

K├Ârperschaften #

  • Vereine
    • e.v ┬ž 21 BGB
    • Wirtschaftsverein ┬ž 22 BGB (Beispiel GEMA)
      • Nicht direkt relevant
      • Aber Grundlage f├╝r alle anderen K├Ârperschaften (analoge Anwendung)
  • Genossenschaften (eG) (nicht Klausurrelevant)

Kapitalgesellschaften #

  • GmbH
    • Spezialfall UG, Mindeststammkapital kann unterschritten werden, es gilt aber GmbH Recht
  • GmbH & Co KG
  • AG (hohe Gr├╝ndungsvoraussetzungen und Regulierungen)
  • KG aA (Komanditgesellschaft auf Aktien)

Kapital- vs. Personengesellschaft #

  • Pers├Ânliche Haftung vs. Haftungsbeschr├Ąnkung
  • Trennungsprinzip bei Kapitalgesellschaft: Strikte Trennung von Gesellschaft und Gesellschafter
    • In vielen F├Ąllen werden extra Sicherungsmittel ├╝ber die Kapitalgesellschaft hinaus vereinbart
  • Selbstorganschaft vs. Fremdorganschaft
    • Personengesellschaft sind keine juristische Person

Gesellschaft b├╝rgerlichen Rechts (GbR) #

  • ┬ž┬ž 705-740 BGB

  • Gesellschaftsvertrag

  • “Verpflichtung zur F├Ârderung der Erreichung eines gemeinsamen Zwecks”. ┬ž 705 BGB eine GbR kann also “aus Versehen” gegr├╝ndet werden

  • Kein Betrieb eines Handelsgewerbes ┬ž 1 HGB (sonst OHG)

  • Keine juristische Person, aber Rechtsf├Ąhigkeit der (Au├čen-)GbR

  • Innenverh├Ąltnis: Gesch├Ąftsf├╝hrung: Gesamtgesch├Ąftsf├╝hrung

    • Standard im Gesetz ┬ž 709 I BGB

    Die F├╝hrung der Gesch├Ąfte der Gesellschaft steht den Gesellschaftern gemeinschaftlich zu; f├╝r jedes Gesch├Ąft ist die Zustimmung aller Gesellschafter erforderlich.

    • Kann vertraglich ge├Ąndert werden
  • Au├čenverh├Ąltnis: Vertretung: Gesamtvertretung

  • Haftung

    • Gesellschaft ┬ž 31 BGB analog (Verein=Gesellschaft, Vorstand=Gesch├Ąftsf├╝hrer)

    Der Verein ist f├╝r den Schaden verantwortlich, den der Vorstand, ein Mitglied des Vorstands oder ein anderer verfassungsm├Ą├čig berufener Vertreter durch eine in Ausf├╝hrung der ihm zustehenden Verrichtungen begangene, zum Schadensersatz verpflichtende Handlung einem Dritten zuf├╝gt.

    • Gesellschafter ┬ž 128 HGB analog (Klausurrelevant!)

    Die Gesellschafter haften f├╝r die Verbindlichkeiten der Gesellschaft den Gl├Ąubigern als Gesamtschuldner pers├Ânlich. Eine entgegenstehende Vereinbarung ist Dritten gegen├╝ber unwirksam.

Offene Handelsgesellschaft #

  • ┬ž┬ž 105-160 HGB
  • Gesellschaftsvertrag
  • Betrieb eines Handelsgewerbes (┬ž┬ž 1, 105 HGB) oder Eintragung ins Handelsregister (┬ž 105 II HGB)
  • Innenverh├Ąltnis ┬ž 109 HGB

Das Rechtsverh├Ąltnis der Gesellschafter untereinander richtet sich zun├Ąchst nach dem Gesellschaftsvertrage; die Vorschriften der ┬ž┬ž 110 bis 122 finden nur insoweit Anwendung, als nicht durch den Gesellschaftsvertrag ein anderes bestimmt ist.

  • Au├čenverh├Ąltnis Einzelvertretung ┬ž┬ž 125, 126, 106 HGB
    • Verantwortliche werden ins Handelsregister eingetragen
    • Umfang kann im Au├čenverh├Ąltnis nicht beschr├Ąnkt werden ┬ž 126 HGB (k├Ânnen vs. d├╝rfen)
  • Haftung wie bei GbR: ┬ž 31 BGB analog, ┬ž 128 HGB

Kommanditgesellschaft #

  • ┬ž┬ž 161-177 HGB
  • Haftung
    • Gesellschaft, ┬ž 31 BGB analog
    • Komplement├Ąr ┬ž┬ž 161 II, 128 HGB
    • Kommanditist, ┬ž┬ž 171, 172 HGB

GmbH #

  • GmbHG
  • Gesellschaftervertrag ┬ž┬ž 2, 3 GmbHG
  • Gesch├Ąftsf├╝hrung ┬ž┬ž 6, 35, 43 GmbHG
    • Innenverh├Ąltnis ┬ž 6: Gesch├Ąftsf├╝hrer muss nicht Gesellschafter sein
    • Au├čenverh├Ąltnis ┬ž 35 I, II: Standard Gesamtvertretung, aber es kann Einzelvertretung vereinbart werden und muss im Handelsregister eingetragen werden
  • Haftung: grunds├Ątzliche Beschr├Ąnkungen auf Gesellschaftsverm├Âgen, ┬ž 13 GmbHG

Phasen der Gr├╝ndung #

Gilt analog f├╝r UG

  1. Gr├╝ndungsentschluss Ôçĺ Vorgr├╝ndungsgesellschaft zun├Ąchst GbR

  2. Notarieller Gesellschaft Ôçĺ Vor-Gesellschaft / Vor-GmbH

  3. Eintretung Ôçĺ “fertige GmbH”

    Stammkapital nach ┬ž 5 GmbHG muss zum Zeitpunkt der Gr├╝ndung nicht vollst├Ąndig eingezahlt sein. Voraussetzung ┬ž 7 GmbHG, sonst keine Anmeldung

12. Stunde (22.07.2021) Hinweise zur Klausur #

  • ├ťberwiegender Teil Verst├Ąndnisfrage
  • Au├čerdem Beispielvertrag/Klausel
    • Ist er wirksam
    • Wie k├Ânnte man das Verbessern
    • Zum Beispiel Schriftformklausel oder AGB-Pr├╝fung ┬ž 309 Nr.7, ┬ž 309 Nr. 8! Au├čerdem hier Verbaucherschutz beachten, der ausschluss der M├Ąngelgew├Ąhrleistung von vorne rein ausschlie├čt
      • Ist eine Regelung, die die Haftung ausschlie├čt, ist die wirksam? Warum nicht?
      • Haftungsausschluss bei Verbrauchern: Neuware vs. Gebrauchte Ware
  • Auch vorstellbar: Eine Klausel selbst schreiben
  • Keinen ganzen Vertrag erstellen
  • Wenn man die Beispielfragen kann, ist man gut bis sehr gut auf die Klausur vorbereitet
  • Klausur 60 min
  • Es gibt Altklausuren, die ist aber zu leicht, weil es im Corona Semester zu wenig Inhalt gab.
  • 7-10 Fragen
  • YouTube-Kanal: Videos zu Sicherungsmittel
  • Wichtige Inhalte
    • Auf der Homepage: Wiederholungsfragen!
  • Es kommt definitiv eine Frage zum AGB Recht
  • Zu den Denkschritten kein gro├čer Umfang: “Zwei drei kleinere Fragen”
  • Klausurfragen ├╝berblicksartig
  • Was ist bei den Vertr├Ągen wichtig, auf was muss man achten
  • Weniger: Spezifisches Wissen zu einem Vertragstyp
  • Bei Bauvertr├Ągen: Nicht genau ge├Ąnderte und zus├Ątzliche Leistung
  • BGB reicht als Gesetz in der Klausur andere Normen sind abgedruckt
    • Man sollte sich am Gesetz orientieren, insbesondere Normen im BGB. Paragrafen genau nennen, sonst nicht volle Punktzahl
  • Bei Lizenzvertr├Ągen u.├Ą keine Paragrafen
  • Vor allem Abgrenzungen, statt Definitionen
  • Beispiele m├╝ssen nicht zwingend genannt werden, au├čer es steht dabei.
  • Im Gesellschaftsrecht kein Innenverh├Ąltnis.